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Unterrichtspreis

Die Gesellschaft für Informatik vergibt alle zwei Jahren einen Preis für bemerkenswerte Ideen zur Gestaltung von Informatikunterricht. Ausgezeichnet werden Lehrkräfte an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen.


Preisverleihung

Die Preisverleihung erfolgt auf der Fachtagung INFOS des Fachausschusses "Informatische Bildung in Schulen"; eine Würdigung wird im Informatik Spektrum veröffentlicht.


Publikation

Die Preisträger erhalten die Möglichkeit, ihre Ideen zum Informatikunterricht der interessierten Öffentlichkeit auf der jeweiligen GI-Fachtagung Informatik und Schule (INFOS) sowie in deren Tagungsband vorzustellen.


Federführung

Die Federführung für den Wettbewerb liegt beim Fachausschuss Informatische Bildung an Schulen. Dieser schreibt den Unterrichtspreis anlässlich der Fachtagung INFOS aus und setzt eine fachkundige Jury ein.


Bewerbung

Wenn Sie an einer deutschsprachigen allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schule unterrichten, können Sie sich für den Unterrichtspreis der Gesellschaft für Informatik e. V. bewerben. Der Preis wird jeweils in den ungeraden Jahren ausgeschrieben und vergeben.

  • Sie bewerben sich mit einer ein- bis zweiseitigen Kurzbeschreibung eines Beispiels für gelungenen Informatikunterricht. Das kann eine einzelne Unterrichtsstunde oder eine Unterrichtssequenz sein. Wichtig ist, dass Sie den Unterricht tatsächlich durchgeführt haben und neben dem Verlauf auch dessen Ergebnisse und Ihre Beobachtungen beschreiben.
     
  • Ihre Kurzbeschreibung wird von einer Jury des Fachausschusses begutachtet. Wenn Ihr Unterrichtsbeispiel gute Aussichten hat, den Unterrichtspreis zu gewinnen, werden Sie nach dem Ende der Einreichungsfrist durch die Jury gebeten, eine maximal 10-seitige Darstellung Ihres Projekts zu schreiben. Die Bekanntgabe und Ehrung der PreisträgerInnen erfolgt auf der INFOS- Fachtagung des Fachausschusses Informatische Bildung in Schulen.
  • Der eingereichte Beitrag muss frei von Rechten Dritter sein.
     
  • Ihre Kurzbeschreibung des Projekts reichen Sie per E-Mail an den GI-Fachausschuss Informatische Bildung in Schulen (c/o sprecher-fa-ibs@gi.de) ein.
     
  • Alle Einreichungen von Praxisbeiträgen für die INFOS sind automatisch ebenfalls Kandidaten für den Unterrichtspreis.
     
  • Die Bewerbungsfrist ist – so nicht anders bekanntgegeben – mit dem Ende der Einreichungsfrist von Praxisbeiträgen für die INFOS identisch.

Kriterien

Bei der Beurteilung achtet die Jury auf Originalität und Praktikabilität in Bezug auf einige der folgenden Fragestellungen.

  • Haben Sie einen Weg gefunden, einen informatischen Inhalt verständlich zu machen?
  • Besitzt Ihr Unterricht eine besonders spannende und motivierende Dramaturgie?
  • Ist Ihr Beitrag geeignet, Schülerinnen und Schüler für den Informatikunterricht besonders zu motivieren?
  • Erreicht Ihr Unterricht alle Schülerinnen und Schüler oder eine spezielle Zielgruppe?
  • Enthält Ihr Unterricht eine Lehr‐/ Lernmethode, die den Informatikunterricht bereichert?

Ihr Beitrag sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Didaktische Relevanz: Der Beitrag ist in seinen didaktischen Überlegungen für das Lehren und Lernen von Informatik bedeutsam. Die Entscheidungen für die didaktisch-methodische Gestaltung werden dargestellt und begründet.
  • Nachvollziehbarkeit: Der Beitrag liefert für interessierte Lehrende konkrete Anregungen zur Nutzung im eigenen Umfeld.
  • Darstellung der Erfahrungen: Der Beitrag enthält eine reflektierte Sicht auf die im Unterricht gemachten Erfahrungen.
  • Innovation: Der Beitrag stellt eine besondere Idee für die Gestaltung von informatischer Bildung dar.

Preisträger

Der GI-Unterrichtspreis wird seit 2005 verliehen und hat in der Vergangenheit eine Vielzahl an innovativen Konzepten für einen ansprechenden Informatikunterricht ausgezeichnet. Hier finden Sie eine Übersicht der bisherigen Preisträger:

Der Unterrichtspreis 2019 wurde in diesem Jahr doppelt vergeben. Die Preisverleihung fand auf der INFOS 2019 in Dortmund statt. Die Würdigung nahm Lutz Hellmig als Sprecher des Fachausschusses "Informatische Bildung in Schulen" vor.

Robin Engel für seinen Beitrag

„Fall 181120 – Ein Krimi-Rätselspiel für den Informatikunterricht“

Robin Engel beschreibt in seinem Beitrag das von ihm unter Mitwirkung von Julia Behrendt und Tim Malte Zaruba entwickelte Konzept eines Informatik-Escape-Rooms.

Der spielerische Ansatz stellt einen wirksamen Beitrag zur Motivierung von Schülerinnen und Schülern für die Beschäftigung mit Fragen der Informatik dar.

Die Vielfalt der informatischen Konzepte, die für die Lösung des Rätsels angewendet werden müssen, ist beeindruckend und offenbart den Schülerinnen und Schülern einen guten Einblick in das breite thematische Spektrum der Informatik.

Eine Reihe von Lösungsideen können durch die Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen intuitiv gefunden und anschließend im Unterricht aus informatischer Sicht systematisiert werden.

Die besondere Qualität des Beitrags besteht in der Aufbereitung des Materials für die Realisierung eines Escape-Rooms im schulischen Umfeld. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die breite Nachnutzung von “Fall 181120 – Ein Krimi-Rätselspiel für den Informatikunterricht” in den Schulen.

Benjamin Knorr und Peter Brichzin für ihren Beitrag

„Social Bots – Funktionsweisen, Netzwerkprogrammierung und Gefahrenpotenziale“

Das von Benjamin Knorr und Peter Brichzin entwickelte didaktische soziale Netzwerk SocialBotNet erlaubt es Schülerinnen und Schülern, im Unterricht der gymnasialen Oberstufe aktiv handelnd die Mechanismen von Social Bots zu ergründen und deren Funktionsweise durch das Schreiben eigener Skripte praktisch nachzugestalten.

Aufgrund dieser Erfahrungen gewinnen Schülerinnen und Schüler wichtige Kompetenzen, die für eine mündige Bewertung der Chancen und Risiken des Einsatzes von Bots erforderlich sind.

Für die Schülerinnen und Schüler stellt die Offenlegung und Erlebbarkeit der informatischen Konzepte hinter sozialen Medien einen signifikanten Mehrwert gegenüber einer oberflächlichen Besprechung des Themas aus rein medialer Perspektive dar.

Die Bereitstellung der Plattform „SocialBotNet“ sowie umfangreicher, erprobter und in hoher Qualität ausgearbeiteter Materialien ermöglicht interessierten Lehrerinnen und Lehrern die Realisierung des Projekts im Rahmen ihres eigenen Informatikunterrichts.

Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer, Präsident Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) verlieh im Rahmen des „Tags der Informatik“ auf der INFORMATIK 2017 den Unterrichtspreis 2017 der GI an Julian Dorn, Informatiklehrer am Louise-Otto-Peters-Gymnasium in Leipzig, für seine Unterrichtseinheit „friendzone – a social network is rising“.

friendzone ist ein soziales Netzwerk, in dem Schülerinnen und Schüler die Grundlagen von Drei-Schichten-Architektur im Internet, Datenbanken, Datensicherheit und Big Data kennenlernen. Alle Lerninhalte werden mithilfe der Anwendung friendzone vermittelt. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei in der Rolle eines Datenbankadministrators Aufgaben innerhalb eines kleinen Unternehmens kennen.

Prof. Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer: „Das Projekt ‚friendzone’ von Julian Dorn hat nicht nur durch die entwickelte Plattform überzeugt, sondern insbesondere auch durch die Art und Weise, wie es im Unterricht mit den Schülerinnen und Schülern eingesetzt wird. Dies ist ein gutes und anschauliches Beispiel, wie populäre Inhalte – ganz konkret: soziale Netzwerke – fundiert mit den rahmenplanrelevanten fachlichen Grundlagen verknüpft werden können.“

Mit der Verleihung des Unterrichtspreises würdigt die GI jedes Jahr eine Lehrkraft, die thematisch die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler trifft und ihre didaktisch innovativen Unterrichtsmaterialien uneigennützig auch Kolleginnen und Kollegen zugänglich macht.

Bilder der Preisverleihung können hier heruntergeladen werden.

Das Unterrichtsprojekt friendzone im pdf-Format.

Weitere Preisträgerinnen und Preisträger:

  • Anne Buhrand mit „Ich hab’ doch nichts zu verbergen!“ Möglichkeiten der Analyse riesiger Datenbanken
  • Martin Fricke mit „Ich habe ein Geheimnis!“
  • Michael Ganshorn mit "Engine Alpha – Eine anfängerorientierte 2D Gaming-Engine mit didaktischem Hintergrund"

Der Unterrichtspreis 2015 geht an Dr. Peer Stechert aus Schönkirchen für seine Unterrichtseinheit »RFID-Projekt in der Fachinformatiker-Ausbildung unter Berücksichtigung von Threads, Software-Reviews und der Methode Webquest.

Die RFID-Technik erweist sich in Peer Stecherts Unterrichtsprojekt als anspruchsvoller und lebensnaher Kontext für die berufliche Bildung. Die Nutzung agiler Methoden für die Softwareentwicklung wird durch Peer Stechert in diesem Zusammenhang plausibel begründet und konsequent im Unterricht verfolgt.

Einen didaktischen Mehrwert stellt die Erstellung von Webquests durch die Schülerinnen und Schüler für das „Lernen durch Lehren“ dar. Hierdurch reflektieren die Schülerinnen und Schüler ihre in eigener Arbeit gewonnenen Erkenntnisse und stellen diese in geeigneter Form ihren Mitschülern zur Verfügung.

Mit der Preisverleihung würdigt die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) einen engagierten Lehrer, der durch eigene Ideen seinen Schülerinnen und Schülern einen praxisnahen Zugang zur Informatik ermöglicht. Der Preis wurde auf der INFORMATIK 2015 in Cottbus durch den Präsidenten der GI verliehen.

Preisträger des Jahres 2013 sind Mareen Przybylla und Ralf Romeike mit ihrer Unterrichtseinheit „Physical Computing mit 'My Interactive Garden'“.

Maßgebend war bei der Erstellung der Unterrichtseinheit der Gedanke des „informatischen Töpferns“: Die Schüler sollen, analog zu handgemachten Skulpturen aus dem Kunstunterricht, selbst hergestellte und programmierte interaktive Objekte aus dem Informatikunterricht nach Hause bringen können, wo sie untersucht, herumgezeigt und bewundert werden dürfe

Mit dieser Preisverleihung würdigt die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) zwei engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die durch ihre Ideen ihren Schülerinnen und Schülern einen lebendigen Zugang zur Informatik ermöglichen.

In diesem Jahr wurden drei Preise vergeben: Der 1. Preis der GI ging an Frau Prof. Ulrike Lucke (Potsdam) für den Beitrag "Das Computer-Freundebuch"

Der Beitrag kann hier angesehen und auch für den Unterricht eingesetzt werden.

Platz 2 ging an Kerstin Rolfes (Oldenburg) für den Beitrag "Exemplarische Entwicklung eines verlustbehafteten Bildkompressions­verfahrens".

Platz 3 ging an Andreas Gramm (Berlin), Malte Hornung (Berlin), Bernhard Esslinger (Siegen) und Helmut Witten (Berlin) für den gemeinsamen Beitrag "Einstieg in die Unterrichtsreihe 'E-Mail (nur?) dich'".

Der Preis geht an Ralf Romeike aus Potsdam für seinen Beitrag: Animationen und Spiele gestalten – ein kreativer Einstieg in die Programmierung: Von fliegenden Elefanten, Hunden, Katzen und Ideen!

Der Einsatz der durch Lifelong Kindergarten Group am MIT Media Lab entwickelten Entwicklungsumgebung Scratch bildet das wesentliche Fundament. Diese Umgebung wusste Ralf Romeike sehr geschickt und überzeugend einzusetzen und gestaltete eine Einführung in die Programmierung, die von Anfang an die Lernenden zu motivieren versteht. Sie werden sehr schnell angeregt, eigene Ideen einzubringen und umzusetzen und können sogleich die Ergebnisse begutachten und präsentieren. Die aus dem Interessen- und Erfahrungsbereich der Schülerinnen und Schüler genommenen Beispiele macht diese Unterrichtseinheit so anregend und unterhaltend.

Der Wettbewerbspreis 2005 für das beste Unterrichtsbeispiel im Fach Informatik wurde an Herrn Torsten Harzer vom Beruflichen Schulzentrum für Technik und Wirtschaft, Freiberg, verliehen. Der Präsident der GI, Prof. Dr. Matthias Jarke, übergab die Urkunde im Rahmen der GI-Jahrestagung INFORMATIK 2005 in Bonn. Torsten Harzer bekam den Preis für seine Arbeit über "Steganographie als eine Möglichkeit zur Übermittlung von geheimen Informationen und zum Schutz vor Spionage“.

"Es werden angemessene fachbezogene und fachübergreifende Lernziele formuliert, geeignete Unterrichtsmethoden zur Vermittlung des Stoffs ausgewählt und sehr gute Unterrichtsmaterialien ausgearbeitet. Die Unterrichtseinheit wurde erprobt und fundierte Erfahrungen lieben bereits vor", heißt es in der Laudatio.