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Über uns

Konrad-Zuse-Medaille-PreisträgerInnen

Die Konrad-Zuse-Medaille für Verdienste um die Informatik wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich auf dem Gebiet der Informatik in Forschung, Technik oder Anwendung in hervorragender Weise ausgewiesen haben.

Im Jahre 1981 stiftete der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes zu Ehren von Konrad Zuse die „Konrad-Zuse-Medaille für Verdienste um die Informatik im Bauwesen". Im selben Jahr wurde sie Konrad Zuse für seine großen Verdienste als Erfinder und Erbauer der ersten programmgesteuerten Rechenmaschine der Welt verliehen.

Im Jahre 1987 stiftete die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) die „Konrad-Zuse-Medaille für Verdienste um die Informatik". Sie ist die höchste Auszeichnung, welche von der Gesellschaft für Informatik e.V. alle zwei Jahre vergeben wird. Vorschlagsberechtigt sind die Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, der Hochschulrektorenkonferenz, der Max-Planck-Gesellschaft, der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) sowie die bisherigen Preisträger.

2017

Prof. Dr. Johannes Buchmann, Darmstadt

Johannes Buchmann studierte Mathematik, Physik, Pädagogik und Philosophie. Nach einer Station als Mathematiklehrer promovierte er zum Thema "Zahlengeometrische Kettenbruchalgorithmen zur Einheitenberechnung“, machte sein Referendariat und ging anschließend mit einem Forschungsstipendium in die USA. Dort erschloss er die algorithmische algebraische Zahlentheorie für kryptographische Anwendungen und setzte seine Forschungen in Deutschland mit Arbeiten zur Kryptoanalyse von Public-Key-Verfahren und Post-Quantum-Kryptographie fort.

In Darmstadt war Buchmann wesentlich am Aufbau des „Center for Research in Security and Privacy“ (CRISP) beteiligt, das mittlerweile einer der Leuchttürme der IT-Sicherheitsforschung ist. Darüber hinaus hat er mit der Entwicklung neuer kryptographischer Verfahren die Brücke geschlagen zwischen Grundlagenforschung und praktischer Anwendung.  Neben technischen Themen beschäftigt sich Johannes Buchmann mit den gesellschaftlich-ökonomischen Implikationen der Informatik. In dem von ihm geleiteten interdisziplinären Projekt „Internet Privacy“ der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech wurden relevante Studien und Empfehlungen für die Gesellschaft erarbeitet.

Johannes Buchmann blickt auf einen beeindruckenden, wissenschaftlichen Erfolg als Hochschullehrer in der Nachwuchsförderung zurück, aus der 67 erfolgreich abgeschlossenen Doktorarbeiten hervorgingen. Darüber hinaus engagiert sich Johannes Buchmann in zahlreichen wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Gremien und vertritt dort die Sicht der Informatik.

2015

Prof. Dr. Arndt Bode, München

Prof. Dr. Arndt Bode ist einer der herausragenden Wissenschaftler der Technischen Informatik in Deutschland mit ausgewiesenen Pionierleistungen im Bereich der Rechnerarchitektur und Rechnerorganisation. Als einer der ersten deutschen Informatik-Absolventen erwarb er im Jahr 1972 sein Informatikdiplom an der TU Karlsruhe. Nach der Promotion wendete er sich dem Gebiet der Rechnerarchitektur zu. Seine wesentlichen Beiträge befassten sich mit der Steigerung der Rechenleistung durch Parallelverarbeitung auf den verschiedenen Systemebenen und durch Koprozessorstrukturen. In seiner Habilitation, die Wolfgang Händler betreute, formulierte Bode ein abstraktes Modell zur Beschreibung und Optimierung von mikroprogrammierbaren Prozessorarchitekturen.

In den neunziger Jahren war Bode Initiator und Sprecher des Sonderforschungsbereiches „Werkzeuge und Methoden für die Nutzung paralleler Rechnerarchitekturen“. Als Vorsitzender des Direktoriums des Leibniz-Rechenzentrums stellte er sich der Aufgabe, für Höchstleistungsrechner mit vielfältigem Anwendungsgebiet, effiziente Rechenleistung bereitzustellen.  Außerdem entwickelte er Verfahren für eine dauerhafte, energieeffiziente Nutzung. Seine Leistungen als Vizepräsident und CIO der TU München sowie als Vorsitzender des Direktoriums des Leibniz-Rechenzentrums der Bayerischen Akademie der Wissenschaften weisen Professor Bode zusätzlich zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten als einen führenden deutschen Wissenschaftsmanager aus.

2013

Prof. Dr. Markus Groß, Zürich

Prof. Dr. Markus Groß ist eine der weltweit führenden Koryphäen auf dem Gebiet des Visual Computing und der Computeranimation. Seit über 20 Jahren beeinflusst er die graphische Daten- und Bildverarbeitung mit herausragenden technisch-wissenschaftlichen und praktisch hoch relevanten Beiträgen. Er gilt als einer der wissenschaftlichen Pioniere der sogenannten „punktbasierten Computergraphik“. 1994 nahm Groß einen Ruf an das Departement Informatik der ETH Zürich an und baute dort das Labor für Graphische Datenverarbeitung auf. Seit 1997 ist er Ordinarius an der ETH. Von 2004 bis 2008 war er Leiter des Instituts für wissenschaftliches Rechnen im Departement Informatik der ETH.

2008 wurde er mit der Leitung des Züricher Forschungslabors der Walt Disney Company betraut. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde Professor Groß 2011 mit dem Technical Achievement Award der EUROGRAPHICS Association ausgezeichnet. Seit 2012 ist er Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Seit 2006 ist er Fellow der EUROGRAPHICS Association und seit 2013 Fellow der ACM. 2013 hat ihn die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) für seine Forschungsresultate zur schnellen Turbulenzsimulation, die in über 30 Hollywood-Produktionen verwendet wurden, mit einem Technical Achievement Award (Tech-Oscar) ausgezeichnet.

2011

Prof. Dr. Volker Strassen, Dresden

Prof. Dr. Volker Strassen ist einer der Wegbereiter der Algorithmik. Er hat mehrere bahnbrechende Algorithmen für fundamentale Probleme der Arithmetik entwickelt, die auch heute noch vielfach im Einsatz sind und viele Folgearbeiten ausgelöst haben. In seiner 1969 veröffentlichten Arbeit "Gaussian Elimination is not optimal" zeigte er, dass es, zumindest für große Matrizen, eine schnellere Multiplikation als die Standardmethode gibt. 1972 erarbeitete er zusammen mit Arnold Schönhage den „Schönhage-Strassen-Algorithmus“, der sehr lange Zeit der schnellste, vielfach praktisch eingesetzte Algorithmus zur Multiplikation großer, ganzer Zahlen war.

1977 veröffentlichte er zusammen mit Robert Solovay mit dem Solovay-Strassen-Test einen probabilistischen Primalitätstest. Dieser zufallsbeeinflusste Algorithmus war einer der ersten seiner Art und hat die Basis zu vielen anderen grundlegenden Ergebnissen gelegt. Prof. Dr. Volker Strassen hat sich mit seinen Arbeiten in herausragender Weise um die Informatik verdient gemacht. Seine Ergebnisse sind grundlegend und international höchst anerkannt.

2011

Prof. Dr. Fritz-Rudolf Güntsch

Prof. Dr. Fritz-Rudolf Güntsch, Brandenburg

Prof. Dr. Fritz-Rudolf Güntsch gilt als Pionier des Computers. In seiner Dissertation stellte er erstmals den „Virtuellen Speicher“ vor: ein Konzept, das es bereits in der frühen Zeit der Informatik möglich machte, einheitlich auf verschiedene Speichermedien zuzugreifen. 1970 entstand unter seiner Leitung bei der Firma Telefunken der TR440. Dieser war der schnellste bis dahin in Europa gebaute Rechner und verfügte über ein sehr innovatives Betriebssystem.

Als Ministerialdirektor im Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) hat er Initiativen zur Förderung der Datenverarbeitung, der Technischen Kommunikation und Elektronik vorangetrieben und zur Gründung der Informatik-Fakultäten an deutschen Universitäten beigetragen. Er hat damit die Entwicklung der Informatik in Deutschlang bedeutend mitgeprägt. In Zusammenarbeit mit internationalen Spitzenfachleuten hat er die Bedeutung der „Künstlichen Intelligenz“ (KI) frühzeitig erkannt und die Grundlagen für die besondere BMFT-Förderung der KI über viele Jahre geschaffen. Professor Fritz-Rudolf Güntsch verstarb am 8. Januar 2012.

2009

Prof. Dr. Reinhard Wilhelm, Saarbrücken

Prof. Dr. Reinhard Wilhelm hat in Forschung und Lehre auf dem Gebiet des Übersetzerbaus und der Echtzeitanalyse von Programmen herausragend gewirkt. Aber auch seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Zentrums für Informatik ist die Auszeichnung gewidmet. Die Echtzeitanalyse ist für alle Branchen von zentraler Bedeutung, in denen Software für die Entwicklung von sicherheitsrelevanten Systemfunktionen verwendet wird: zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt, im Fahrzeugbau oder in der Überwachung und Steuerung von Atomkraftwerken. Es ist das herausragende Verdienst von Reinhard Wilhelm, hier ein Verfahren zur Schaffung sicherer Schranken erforscht und etabliert zu haben. Die Gesellschaft für Informatik hat somit eine Forscherpersönlichkeit ausgezeichnet, deren Fähigkeit zum Brückenschlag zwischen Grundlagenforschung und nachhaltiger Anwendung beispielhaft ist.

2007

Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy, München

Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Broy hat in Forschung, Lehre und Technologietransfer auf dem Gebiet des Software und System Engineering herausragende Leistungen erbracht. Er war einer der ersten, der die Notwendigkeit der Öffnung der Informatik in Deutschland stärker hin zu den technischen Anwendungen, insbesondere den eingebetteten Systemen, erkannte.

2006

Prof. Dr. Ingo Wegener, Dortmund

Prof. Dr. Ingo Wegener hat mit zahlreichen wegweisenden Arbeiten das Gebiet der Theoretischen Informatik prägend beeinflusst. Das hohe internationale Ansehen der deutschen Forschung in diesem wichtigen Bereich der Informatik, insbesondere bei der Komplexität der Booleschen Funktionen, ist zu einem erheblichen Teil seinem Wirken zu verdanken. Er hat zahlreiche wichtige Schriften publiziert: Dazu gehören Veröffentlichungen zum aktuellen Forschungsstand seines Gebiets ebenso wie didaktisch sehr geschickt verfasste Lehrbücher für Studierende. Diese Leistungen zeichnen ihn als eine Persönlichkeit aus, die in starkem Maße die Grundlagen der Informatik – sowohl in der Forschung als auch in der Lehre ­– mit entwickelt hat. Am 26. November 2008 verstarb Professor Wegener.

2003

Prof. Dr. Thomas Lengauer, Ph.D., Saarbrücken

Prof. Dr. Thomas Lengauer hat mit zahlreichen wegweisenden Arbeiten prägenden Einfluss auf die Bioinformatik genommen. Das hohe internationale Ansehen der deutschen Forschung auf diesem wichtigen Teilgebiet der Informatik ist zu einem erheblichen Teil seinem Wirken zu verdanken. Lengauer verfolgt einen ganzheitlichen und interdisziplinären Ansatz –  von der Grundlagenforschung bis zur ingenieurmäßigen Umsetzung. Die Anwendbarkeit und Relevanz seiner Arbeiten auch in anderen wissenschaftlichen Disziplinen gehört zu seinen wesentlichen Zielen.

2001

Prof. Dr. Dr. h.c. Theo Härder, Kaiserslautern

Prof. Dr. Dr. h.c. Theo Härder hat wie kein anderer Wissenschaftler in den vergangenen Jahrzehnten die Forschungslandschaft in Deutschland auf dem Gebiet der Datenbanktechnologie geprägt. Bei seinen zahlreichen wegweisenden Arbeiten, unter anderem über die Leistungsoptimierung von Datenbanken, verbindet er in vorbildlicher Weise grundlagenorientierte Forschung mit praxisrelevanten Anwendungen.

1999

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Günter Hotz, Saarbrücken

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Günter Hotz hat alsWissenschaftler wesentlich zum Einsatz mathematischer Methoden beim Schaltkreisentwurf und in der Sprachanalyse beigetragen. Seine X- Kategorien lieferten zum ersten Mal eine algebraische Formulierung der Eindeutigkeit bei kontextfreien Grammatiken. Durch seine Arbeiten wurden zwei Sonderforschungsbereiche initiiert: SFB 100 zur Elekronischen Sprachforschung und SFB 124 zur VLSI- Entwurfsmethodik und Parallelität.

1997

Prof. Dr.-Ing. José Encarnação, Darmstadt

Prof. Dr.-Ing. José Encarnação ist Leiter des Fraunhofer Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt. Seine Initiativen haben wesentlich dazu beigetragen, dass die Computergraphik zu einer der Schlüsseldisziplinen der Multimedia- Technologie geworden ist. Er hat unter anderem das "Graphical Kernel System" (GKS) maßgeblich mitgestaltet.

1995

Prof. Dr. Dr. h.c. Kurt Mehlhorn, Saarbrücken

Prof. Dr. Dr. h.c. Kurt Mehlhorn richtete sich in seiner theoretischen Arbeit auf die Komplexität fundamentaler Funktionen und die Entwicklung effizienter Algorithmen. Für die praktische Anwendung konzipierte er das System LEDA, welches in der Auswahl der Funktionen, der zugehörigen Algorithmen, ihrer Beschreibung und Implementierung vorbildlich ist.

1993

Prof. Dr. Dr. h.c. Carl Adam Petri, St. Augustin

Prof. Dr. Dr. h.c. Carl Adam Petri entwickelte eine Theorie diskreter Systeme, als noch kaum jemand darüber nachdachte. Seine Theorie baut auf den Konzepten der Nebenläufigkeit, der Verteiltheit und der asynchronen Kommunikation auf. Als Pionier der Informatik ist er Namensgeber des Petri-Netzes. Professor Carl Adam Petri verstarb am 2. Juli 2010.

1991

Prof. Dr. Wilhelm Kämmerer, Jena

Prof. Dr. Wilhelm Kämmerer entwickelte um 1955 in den Zeiss-Werken in Jena den Relais-Rechenautomaten OPREMA für optische Berechnungen. Nach seiner Idee wurde ferner eine Kleinserie elektronischer Rechenautomaten ZRA 1 gebaut. Diese waren als gemeinsame technische Grundlage für eine einheitliche Ausbildung und für den Rechnereinsatz in der ehemaligen DDR besonders bedeutsam. Professor Wilhelm Kämmerer verstarb am 15. August 1994.

1989

Prof. Dr.-Ing. Nikolaus Joachim Lehmann, Dresden

Prof. Dr.-Ing. Nikolaus Joachim Lehmann genießt internationales Ansehen für seine Entwicklung von Fachsprachen, insbesondere von Formelmanipulationssystemen. Er realisierte die flexibel einsetzbare Computeranalytik und konstruierte in Dresden den ersten in Eigenentwicklung entstandene Computer der ehemaligen DDR: den D1. Professor Nikolaus Lehmann verstarb am 27. Juni 1998.

1989

Prof. Dr.-Ing. Robert Piloty, Darmstadt

Prof. Dr.-Ing. Robert Piloty beschäftigt sich intensiv mit der Entwurfsmethodik für Computer. In internationaler Zusammenarbeit mit anderen Informatik- Forschern entwickelte Piloty die Konstruktionsmethode CONLAN für Hardware- Beschreibungssprachen und INREEN, eine universelle Datenbankschnittstelle für computeruntergestützte Entwurfssysteme. Er verstarb am 21. Januar 2013.

1987

Prof. Dr. Heinz Billing, Garching

Prof. Dr. Heinz Billing zählt zu den führenden, international anerkannten Pionieren auf dem Gebiet der Konstruktion von programmgesteuerten Rechenanlagen. 1948 erfand und entwickelte er den Magnettrommelspeicher. In den 50er Jahren baute er die Rechenanlagen G1, G2 und G3. Ab 1970 erforsche er insbesondere Gravitationswellen, die Forscher erst im September 2015 nachgewiesen haben. Somit gilt er auch in diesem Bereich als Pionier. Professor Heinz Billing verstarb am 14. Januar 2017.