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Helmut und Heide Balzert-Preis

Helmut und Heide Balzert Preis

Seit 2022 wird ein von Helmut und Heide Balzert gestifteter Preis für einen herausragenden Beitrag zur Vermittlung von Inhalten der Informatik und zur Ausbildung/Didaktik der Informatik (IAD) vergeben. Die Einreichungsfrist ist jeweils der 30. April des laufenden Jahres. Im Sommer des laufenden Jahres findet die Präsentation der in die engere Auswahl gekommenen Projekte statt.

Ziel des von der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) in Kooperation mit der Österreichischen Computergesellschaft (OCG) und der Schweizer Informatik Gesellschaft (SI) verliehenen Preises ist es, die Aufmerksamkeit für die Bedeutung der „digitalen Didaktik“ bei der Vermittlung von komplexen Sachverhalten in der Informatik zu fördern und zu unterstützen. Insbesondere sollten dabei die heutigen und zukünftigen digitalen Möglichkeiten für die didaktische Vermittlung von Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten bis hin zur umfassenden Handlungskompetenz genutzt werden. Der Preis soll die Entwicklung und Erprobung innovativer Konzepte für digitale Lehr- und Lernformen fördern.

Es wird jährlich ein Preis in Höhe von 10.000 € verliehen. Der Preis wird jeweils auf der GI-Jahrestagung verliehen. Hier geht es zu den Preisträger*innen.

Auswahlkriterien

Der Preis wird jährlich für eine hervorragende Arbeit aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz vergeben, in der digitale Werkzeuge neue Möglichkeiten für das Lehren, Lernen oder Prüfen in der Informatik eröffnen.

Voraussetzung für die Preiswürdigkeit ist, dass digitale Werkzeuge einen unverzichtbaren Bestandteil des didaktischen Konzepts bilden. Sie müssen aktiv im Lehr-, Lern- oder Prüfprozess eingesetzt werden. 

Die bloße Digitalisierung vorhandener Materialien, die Bereitstellung über eine Lernplattform oder eine organisatorische Arbeitserleichterung reichen nicht aus.

Ausgezeichnet werden Arbeiten in folgenden Themenbereichen:

  • Digitale Lernumgebungen für anspruchsvolle Informatik-Inhalte. Dazu zählen beispielsweise interaktive Simulationen, Mikrowelten, digitale Experimentierräume und Lernspiele, in denen Lernende Zusammenhänge erkunden, eigene Lösungswege erproben und unmittelbar Rückmeldung erhalten.
  • Adaptive und KI-gestützte Lehr- und Lernkonzepte für Informatikinhalte. Dazu gehören beispielsweise Lernumgebungen, die auf individuelle Lösungswege reagieren, Aufgaben und Hilfestellungen situationsbezogen erzeugen oder einen fachlichen Dialog ermöglichen.
  • Didaktische Konzepte mit einer notwendigen Verzahnung analoger und digitaler Elemente. Dazu können Lehrbücher oder Skripte gehören, deren didaktische Idee erst im Zusammenspiel mit interaktiven digitalen Anwendungen wirksam wird.
  • Digitale Verfahren zur Überprüfung und Förderung von Informatik-Kompetenzen. Dazu zählen beispielsweise adaptive Aufgaben, interaktive Prüfungsszenarien oder die Analyse von Lösungsprozessen mit gezielter Rückmeldung. 

Bewertet werden die didaktische Qualität und der begründete Beitrag der digitalen Werkzeuge zum Lernen oder Prüfen. Es muss dargelegt werden, wie das vorgeschlagene Konzept realisiert wurde, welche empirischen Erfahrungen dazu vorliegen und welche Breitenwirkung erzielt wurde.

Der Preis kann auch auf zwei Einreichungen aufgeteilt werden. 

Nicht berücksichtigt werden Arbeiten, die sich auf die technische Nutzung von Hard- und Software beschränken oder bei denen digitale Werkzeuge lediglich der Präsentation, Verteilung, Dokumentation oder Organisation dienen. Ebenso ausgeschlossen sind Konzepte, deren zentrale didaktische Idee ohne digitale Werkzeuge funktional gleichwertig umgesetzt werden kann.

Anforderungen an die Einreichung

Die Arbeiten müssen sich auf die Informatik-Bildung in Universitäten, Fachhochschulen, berufsbildenden Schulen, der Sekundarstufe II allgemeinbildenden Schulen oder der Aus- und Weiterbildung Erwachsener beziehen. Interdisziplinäre Arbeiten  und Arbeiten mit Praxisbezug sind ausdrücklich erwünscht.

Die eingereichten Konzepte müssen mindestens prototypisch umgesetzt und evaluiert sein. Auch bei bereits vollständig verfügbaren Angeboten sind Erkenntnisse aus ihrer Erprobung vorzulegen.

Die Einreichung muss nachvollziehbar darlegen:

  • welche Zielgruppe und welche Lern- oder Kompetenzziele das Konzept adressiert,
  • wie die digitalen Werkzeuge im Lehr-, Lern- oder Prüfprozess eingesetzt werden,
  • welche didaktischen bzw. lerntheoretischen Grundlagen der Arbeit zugrunde liegen,
  • welche zentrale didaktische Funktion ohne diese Werkzeuge nicht in funktional gleichwertiger Weise realisierbar wäre,
  • [falls für die Einreichung zutreffend:] welche Überlegungen hinsichtlich Validität der Messergebnisse angestellt wurden,
  • welche Erkenntnisse die bisherige Evaluation über Nutzen, Wirksamkeit und Grenzen des Konzepts liefert.

Bei Teamarbeiten ist das gesamte Team zu benennen. Beiträge einzelner Personen oder Gruppen sind gegebenenfalls auszuweisen. Die Arbeit ist der Jury in einer für die Begutachtung geeigneten Form zugänglich zu machen. Bei interaktiven Anwendungen gehört dazu ein erprobbarer Zugang oder eine aussagekräftige Demonstration der wesentlichen Funktionen.

Vorschlagsberechtigung

Vorschlagsberechtigt für Einreichungen sind alle Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in der Bundesrepublik Deutschland, in Österreich und in der Schweiz. Professorinnen und Professoren dieser Hochschulen dürfen Abschlussarbeiten (Bachelor, Master, Dissertationen und Habilitationen) für den Preis vorschlagen. Es sind alle Arbeiten mit einer Abschlussprüfung im Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember des Jahres vor der Einreichung zugelassen. Eine wiederholte Antragstellung für die gleiche Arbeit ist nicht zulässig. Neben Abschlussarbeiten können auch didaktisch herausragende Arbeiten vorgeschlagen werden, die in der Erwachsenenbildung eingesetzt werden und nicht älter als zwei Jahre sind.

Vorschlagsberechtigt sind weiterhin alle mit der Didaktik befassten Fachleute – dies sind typischerweise Mitglieder der GI, der OCG und der SI. Sie dürfen eine akademische oder eine nichtakademische Arbeit vorschlagen, die sie für preiswürdig halten.

Eine Selbstnominierung ist nicht möglich.

Einreichung

Die Jury bittet um elektronische Einreichungen (auf deutsch oder englisch) bis zum 30. April des laufenden Jahres (Ausschlussfrist). Es sind folgende Unterlagen als PDF einzureichen:

Bei Dissertationen und Habilitationen:

  • elektronische Version der Dissertation bzw. Habilitation,
  • Begründung des Vorschlags durch den einreichenden Professor bzw. die Professorin oder das Rektorat,
  • ein Curriculum Vitae des Autors bzw. der Autorin mit Publikationsliste
  • ein Gutachten zu der eingereichten Arbeit (Richtwert ca. 2 Seiten). Das Gutachten kann von der einreichenden oder einer dritten Person verfasst sein.

Bei anderen Arbeiten:

  • eine Kurzfassung zur Veröffentlichung im Tagungsband (5-10 Seiten)
  • elektronische Version der Arbeit*,
  • Begründung des Vorschlags durch die einreichende Person (Richtwert ca. 2 Seiten)
  • ein Curriculum Vitae des Autors bzw. der Autorin

*Links zu Videos können ergänzend eingereicht werden. Die Einreichung selbst muss in Textform sein.

Auswahlverfahren

Die Jury besteht mindestens aus folgenden Mitgliedern:

  • zwei vom Leitungsgremium des Fachbereichs „Informatik und Ausbildung / Didaktik der Informatik“ (IAD) zu bestimmenden Personen,
  • jeweils eine von der Österreichischen Computergesellschaft (OCG) und der Schweizer Informatik Gesellschaft (SI) delegierten Person,
  • ein Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Informatik (GI) oder eine vom Vorstand delegierte Person
  • zwei von den Preisstiftern Helmut und Heide Balzert vorgeschlagene Personen.

Die Jury sichtet die eingegangenen Bewerbungen, trifft eine Vorauswahl, lädt einige Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Vortrag ein und bestimmt anschließend die Preisträgerin bzw. den Preisträger. Es ist möglich, den Preis auf mehrere Preisträgerinnen bzw. der Preisträger aufzuteilen. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger wird von der Jury informiert.

Die Jury besteht aus (Stand September 2026):

  • Prof. Dr. Nadine Dittert (Leitung)
  • Prof. Dr. Helmut Balzert
  • Prof. Dr. Heide Balzert
  • Prof. Dr. Nadine Bergner
  • Prof. Dr. Jörg Desel
  • Prof. Dr. Martin Glinz (SI)
  • Prof. Dr. René Röpke (OCG)
  • Prof. Dr. Jan Vahrenhold

Auf der jeweils nächsten GI-Jahrestagung wird der Preis an die Preisträgerin bzw. den Preisträger überreicht. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger trägt seine Arbeit innerhalb der GI-Jahrestagung in einem kurzen Referat vor. Eine Würdigung der prämierten Arbeit wird auf der Webseite der GI veröffentlicht.

Bei Fragen steht Ihnen Cornelia Winter gerne zur Verfügung.


Bisherige Preisträger*innen

2026

Dr. Franziska Boenisch und Dr. Adam Dziedzic

Prof. Dr. Helmut Balzert: „Mit der European Cybersecurity & AI Hackathon Championship fördern Franziska Boenisch und Adam Dziedzic den Informatik-Nachwuchs und ermöglichen praxisnahe Lernerfahrungen durch forschendes Lernen – und dies auf internationaler Ebene. Damit können sich zukünftige IT-Sicherheits- und KI-Fachkräfte früh mit realitätsnahen Fragestellungen auseinandersetzen. Wie relevant diese Erfahrungen sind, zeigt sich deutlich an der steigenden Zahl an Cyberattacken, die gezielt auch KI-Systeme ins Visier nehmen.“

2025

Anna Hartl, Elena Spörer und Angelina Voggenreiter

Prof. Dr. Helmut Balzert:  „Mithilfe von InstaClone verstehen Lernende, wie soziale Medien funktionieren, wie Algorithmen Inhalte auswählen, und wie dabei Daten gesammelt werden. Im Gegensatz zu sozialen Medien bietet InstaClone einen sicheren und geschlossen Lernraum. In diesem reflektieren sie Themen wie Filterblasen und Fake News, Datenschutz und AGBs, Content-Strategien, algorithmisches Denken und ethische Fragen zu digitalen Systemen.“

2024

Dr. Wolfang Pfeffer und Tobias Fuchs

Prof. Dr. Helmut Balzert: „Die von den beiden Preisträgern professionell gestaltete digitale Lernlandschaft "The Mystery of Crypto Castle“ motiviert die Lernenden, sich eigenständig in ein wichtiges Themengebiet der Informatik einzuarbeiten. Das didaktische, digitale Konzept ergänzt durch Begleitmaterial unterstützt kompetenzorientiertes und selbstständiges Lernen und hat eine positive Auswirkung auf die Lernmotivation und den Lernerfolg“.

2023

Dr. Ralf Engelschall

Prof. Dr. Helmut Balzert:  „Dr. Ralf Engelschall integriert in seinen Lehrveranstaltungen praxiserprobte didaktische Ansätze und etablierte Werkzeuge für mediengestützte Bildung. Diese nutzt er, um verschiedene Zielgruppen im akademischen sowie industriellen Kontext flexibel anzusprechen. Insbesondere den Erwartungen der jungen Generation kommt er mit multimedialer, interaktiver Präsentation und gut visualisierten Lehrinhalten entgegen. Denn diese bevorzugt knappe, kompakte und einprägsame Kommunikation.“

2022

Dr. Stefan Seegerer

Prof. Dr. Helmut Balzert: „Dr. Stefan Seegerer setzt verschiedene Medien und Präsentationsmethoden ein, um etwa Lehrkräfte oder Menschen in der Erwachsenenbildung ihren Bedürfnissen entsprechend für die Informatik zu begeistern. Das wollen wir würdigen. Denn nur wenn es gelingt, die Informatik fachlich fundiert und ansprechend aufbereitet zu vermitteln, können wir dem Fach auch den Stellenwert in Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung geben, den es als zentrale Bezugswissenschaft der Digitalisierung in Zukunft einnehmen muss.“