Zeit zu handeln: GI legt Whitepaper zur Reform des Computerstrafrechts vor
In dem Whitepaper zur Reform des Computerstrafrechts fordert die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) neben den notwendigen Gesetzesänderungen vor allem einen besseren Umgang mit ehrenamtlichen Sicherheitsforschenden.
Berlin, 25.08.2026. Seit seiner Einführung 2007 kritisiert die GI das geltende Computerstrafrecht und insbesondere die Kriminalisierung von Hacking-Tools im Strafgesetzbuch. Dabei geht es besser: Polen und Belgien machen vor, wie eine rechtssichere Sicherheitsforschung und eine würdevolle Wertschätzung von Menschen aussehen kann, die sich ehrenamtlich auf die Suche nach IT-Sicherheitslücken machen. Zusammen mit Industrie, Sicherheitsforschenden und digitalpolitischen NGOs hat die GI Lösungsansätze entwickelt, wie eine Legalisierung in Deutschland gelingen kann.
Martin Wolf, Präsident der GI: „Insbesondere Schwachstellen in IT-Systemen bieten große Angriffsmöglichkeiten für Kriminelle und staatliche Akteure. Das große Missbrauchspotenzial von KI-Systemen macht das frühzeitige Finden und Melden von Schwachstellen wichtiger denn je. Ehrenamtliche Hacker*innen dürfen dafür nicht länger mit Strafanzeigen statt Anerkennung belohnt werden. Die Bundesregierung muss nun dringend handeln!“
Die GI und Teilnehmer*innen der Konsultationen fordern eine Gesetzesänderung und damit die Entkriminalisierung von ethischem Hacken. Neben der Gesetzesänderung braucht es einen ganzheitlichen Ansatz, der neben Anpassungen von Gesetzgebung auch ein wirkungsvolles Meldeverfahren und eine aktive Meldekultur ermöglicht. Zudem ist eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung ethischen Hackens ein wichtiger Baustein für eine resiliente Gesellschaft.
In ihrem Koalitionsvertrag hat die schwarz-rote Regierung sich als Ziel gesetzt, Rechtssicherheit für die Cybersicherheitsforschung zu schaffen. Die GI und die Teilnehmenden unterstützt dieses Vorhaben mit dem vorliegenden Whitepaper. Die Bundesregierung muss nun zügig eine Reform unter Beteiligung aller Betroffenengruppen initiieren.
Das gesamte Whitepaper findet sich hier.
Kontakt:
Eva Mattes
Leitung Cybersicherheit
Gesellschaft für Informatik e.V.
eva.mattes@gi.de
- GI-Referentin Marieke Petersen hat in ihrem Beitrag „Cowboys und Computer” für unser Magazin .inf auch einen Rundumschlag zum Thema geschrieben.
- In seinem Blogbeitrag „Dringend reformbedürftig: das Computerstrafrecht” hat Tim Philipp Schäfers, Junior-Fellow der GI, das Thema ebenfalls behandelt.
- Bereits 2024 hat die GI zum Thema eine Stellungnahme veröffentlicht: „Modernisierung des Computerstrafrechts: GI fordert dringende Umsetzung”
- Geballte Expertise rund um das Thema IT-Sicherheit findet sich in unserem Fachbereich SICHERHEIT und seinen zahlreichen Fachgruppen.
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