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Blogbeitrag

#NextGen: Marco Heinisch im Interview

In der neuen Ausgabe der #NextGen Interviewreihe gibt Marco Heinisch spannende Einblicke in sein Engagement bei der Jungen GI, erklärt warum die Vernetzung unter jungen Informatiker*innen Spaß macht und spricht über verbreitete Missverständnisse in der IT-Welt.

Was hat dich dazu bewegt, bei der Jungen GI aktiv zu werden?

Ich studiere Informatik und habe mich früh in der Hochschulgruppe (HSG) in Aachen engagiert. Über diesen Kontakt bin ich auch überregional aktiv geworden. Mein Engagement in der Jungen GI entstand aus dem Wunsch heraus, andere Studierende mit ähnlichen Interessen kennenzulernen. In der Jungen GI aktiv zu werden, ist zudem eine gute Gelegenheit, Themen zu gestalten und sich in der größten Fachgesellschaft für Informatik in Deutschland weiterzuentwickeln. Die GI ist thematisch breit aufgestellt und bietet viele spannende Anknüpfungspunkte, um Expert*innen kennenzulernen und Verbindungen zwischen Praxis, Forschung und Gesellschaft herzustellen.

Welche Ziele verfolgt ihr gerade bei der Jungen GI und wie leistest du dazu einen Beitrag?

Wir wollen neuen Mitgliedern den Einstieg in die überregionale Arbeit erleichtern und die Junge GI innerhalb der Organisation sichtbarer machen sowie besser vernetzen. Wichtig ist uns der Austausch mit den Hochschulgruppen und deren Unterstützung, beispielsweise bei der Gründung. Ein aktuelles Projekt ist außerdem die „Junge GI Festival Night“, eine Abschlussveranstaltung innerhalb der Informatik 2025 in Potsdam. Sie findet in einer besonderen Location statt und bringt GI-Mitglieder und junge Informatik-Interessierte zusammen. Kommt vorbei!

Ein Schwerpunkt deines Informatikstudiums liegt im Process Mining. Was verbirgt sich hinter dieser Methode?

Process Mining ist eine Methode an der Schnittstelle von Data Science und Prozessmanagement. Sie analysiert und visualisiert Geschäftsprozesse auf Basis von Event-Daten (Eventlogs) aus IT-Systemen. Typischerweise hinterlassen Prozessschritte digitale Spuren in Transaktionssystemen, die extrahiert und sinnvoll verknüpft werden können, um reale Ist-Abläufe sichtbar zu machen. So lassen sich Prozesse datenbasiert analysieren, mit Soll-Prozessen vergleichen, Engpässe erkennen und gezielt optimieren. In meiner Bachelorarbeit untersuche ich, wie sich Process Mining mit Nachhaltigkeits-Referenzdatenbanken kombinieren lässt, um beispielsweise den CO₂-Verbrauch von (Produktions-)Prozessen zu bewerten und zu analysieren.

Gibt es Projekte oder Initiativen, an denen du zukünftig arbeiten möchtest?

Aktuell liegt mein Fokus auf dem Studium und meinem Abschluss. Darüber hinaus möchte ich die GI-Initiative Common Grounds Forum hervorheben, die ich für sehr unterstützenswert halte. Das Common Grounds Forum richtet sich an junge Menschen zwischen 14 und 30 Jahren, die sich für digital- und bildungspolitische Themen interessieren. In einer Reihe von Workshops entwickelten die Teilnehmenden gemeinsam Positionen zu Zukunftsthemen und bringen diese in politische Diskurse ein, unter anderem beim Digital-Gipfel der Bundesregierung. Ziel ist es, jungen Stimmen Gehör zu verschaffen und den Austausch mit Expert*innen und Politik zu fördern.

Hast du das Gefühl, dass junge Menschen genug Unterstützung in der Informatik bekommen?

Die junge Generation ist intensiv mit neuen Technologien in Kontakt, das bringt Vorteile, aber auch Herausforderungen mit sich. Ihre Meinung und Perspektive sollten stärker gehört werden. Das Common Grounds Forum ist ein guter Schritt in diese Richtung, aber insgesamt braucht es mehr Raum für junge Stimmen in der Informatik.

Gibt es Vorurteile oder Missverständnisse in der IT-Welt, die du gerne ausräumen würdest?

„KI ist nicht gleich KI“, der Begriff wird aktuell inflationär verwendet, oft ohne genaues Verständnis darüber, was eine konkrete KI ausmacht, was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen. Es braucht mehr Bewusstsein für die unterschiedlichen Technologien, zum Beispiel LLMs (Large Language Models) und deren spezifische Eigenschaften und Schwächen. Also ein besseres Verständnis darüber, wie solche Systeme funktionieren, wie ihre „Intelligenz“ entsteht und was das konkret für den Einsatz in der Praxis bedeutet.

Das Interview führte Greta Leßmann.

 

Mehr Infos zur Jungen GI gibts unter: https://junge.gi.de

 

Foto Marco Heinisch
Marco Heinisch vernetzt Informatiker*innen bei der Jungen GI.