Blogbeitrag

Empower. Encourage. Enter networks.

Unter diesem Motto fand Anfang März – noch als Präsenzveranstaltung – die erste Ausgabe der Veranstaltung „High-Tech Women in Science and Technology“ an der Technischen Universität Darmstadt statt – mitgegründet und -organisiert von GI-Junior-Fellow Juliane Krämer. Mit mehr als 170 Anmeldungen, darunter viele von GI-Mitgliedern, wurden alle Erwartungen an die Anzahl von Teilnehmenden übertroffen.

Bei der eintägigen Veranstaltung „High-Tech Women“ erwarteten die Gäste Vorträge renommierter Rednerinnen aus der ganzen Welt. Erfolgreiche Frauen aus verschiedenen Technologie-Bereichen, vor allem Informatik-Disziplinen von Cybersicherheit bis hin zu Künstlicher Intelligenz, präsentierten ihre Ideen und ihren Weg an die Spitze. Die Sprecherinnen berichteten von ihren Laufbahnen und Erfahrungen und bestärkten junge Talente darin, ihre eigenen Ziele zu erreichen und eine Karriere in MINT-Bereichen (weiter) zu verfolgen. Juliane Krämer: „Leider erleben viele Schülerinnen in Deutschland die MINT-Fächer und insbesondere die Informatik nicht als etwas Interessantes, so dass nur wenige Frauen verwandte Ausbildungen und Studiengänge wählen. Die wenigen Frauen fühlen sich dadurch häufig in einer Sonderrolle, da ihnen Gleichgesinnte im Alltag fehlen.“ 

Initiiert wurde die Veranstaltung auch aufgrund des Workshops „CrossFyre“, der seit über 10 Jahren erfolgreich stattfindet und ebenfalls an der TU Darmstadt gegründet wurde. Dieser Workshop richtet sich an internationale Nachwuchswissenschaftlerinnen im Bereich der Kryptographie. Er bietet eine Plattform, sich fachlich auszutauschen und sich auf dem Weg zur Promotion und darüber hinaus zu unterstützen. Mit der neuen Veranstaltung „High-Tech Women“ wurde der thematische Fokus erweitert, um auch renommierte Forscherinnen jenseits der Kryptographie anzusprechen. Die Veranstaltung sollte darüber hinaus vor allem inspirieren und zum Netzwerken einladen. In Erinnerung an Jane Fawcett – eine britische Codebrecherin, die im zweiten Weltkrieg erfolgreich in Bletchley Park wirkte, über ihre Erfolge jedoch erst sehr spät in ihrem Leben sprechen konnte – fand die Veranstaltung an dem Tag statt, an dem Jane Fawcett 99 Jahre alt geworden wäre.

Zunächst begrüßte das Organisations-Team – Prof. Lejla Batina (Radboud University), Dr. Juliane Krämer (TU Darmstadt), Prof. Nele Mentens (KU Leuven) und Prof. Ahmad-Reza Sadeghi (TU Darmstadt) – die Teilnehmenden: „Es ist großartig, dass so viele inspirierende Frauen heute hier sind, und wir begrüßen Sie alle in Darmstadt.“ 

Über 20 Sprecherinnen und Panel-Teilnehmerinnen nahmen an „High-Tech Women“ 2020 teil – sie kamen sowohl aus dem akademischen Umfeld als auch aus der Industrie in den Bereichen Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz, Data Science, und Elektrotechnik. In ihren Präsentationen teilten sie viele Erfahrungen und Herausforderungen entlang ihres Karrierewegs mit den Teilnehmenden. „Frauen sind in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert, das gilt auch für Professuren. Jede Universität muss etwas gegen die ‘leaky pipeline’ unternehmen. An allen Zugangspunkten brauchen wir mehr Diversität. Nichtsdestotrotz denke ich, dass die Zukunft positiv ist und wenn wir weiter Mädchen bereits von Anfang an unterstützen, sind wir auf dem richtigen Weg”, sagte Lejla Batina, Professorin für digitale Sicherheit in den Niederlanden. „Es ist nicht einfach, aber wir können alles schaffen“.

Im ersten Panel diskutierten Doktorandinnen der TU Darmstadt, der Radboud University und der KU Leuven mit Moderatorin Dr. Juliane Krämer. Die Nachwuchsforscherinnen berichteten unter dem Titel „Sharing our (tech) stories“ von ihrem Weg als Doktorandinnen. Thea Riebe von der TU Darmstadt beendete die Runde mit einem inspirierenden Zitat in Anlehnung an Michelle Obama: „Suche nach Menschen, die dich mit nach oben ziehen, die dir helfen besser zu werden; und tu dann das gleiche für andere.“ (Choose people who lift you up, who help you to become better, and do your part to lift up others.)

Die zweite Panel-Diskussion, moderiert von Prof. Ahmad-Reza Sadeghi von der TU Darmstadt, beschäftigte sich mit dem technischen Thema „Emerging Technologies: Opportunities and Risks”. Die Teilnehmerinnen debattierten über Risiken, Herausforderungen und Chancen von Emerging Technologies, beispielsweise Künstlicher Intelligenz, Neuromorphic Systems und dem Internet der Dinge, und den Einfluss, den diese Technologien auf Privatsphäre und Datenschutz in Zukunft haben werden.

Die zahlreichen Gelegenheiten zum Networking wurden von den Teilnehmenden gut angenommen. Auch wenn die Veranstaltung hauptsächlich die weibliche Perspektive im Fokus hatte, waren zur Teilnahme ausdrücklich nicht nur Frauen eingeladen. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren durchweg sehr positiv, sodass eine Nachfolge-Veranstaltung für 2021 bereits geplant ist.

Die Veranstaltung High-Tech Women wurde vom Profilbereich Cybersecurity (CYSEC) der TU Darmstadt organisiert, mit finanzieller Unterstützung des Technology Innovation Institute und des Sonderforschungsbereichs CROSSING an der TU Darmstadt. Dadurch konnten sowohl die kostenlose Teilnahme am Event als auch Reisekosten-Stipendien für Studentinnen angeboten werden, wie auch eine kostenlose Kinderbetreuung während der Veranstaltung. Weitere Informationen sind auf der Website der Veranstaltung zu finden:https://htw.trust-sysec.com/

 

Dieser Beitrag wurde von GI-Junior-Fellow Dr. Juliane Krämer (TU Darmstadt) und Ann-Kathrin Braun (CYSEC, TU Darmstadt) geschrieben. Vielen Dank!