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Blogbeitrag

Datenschutz und Informationsbedarf bei Wearables

Wearables wie Fitnessarmbänder und Smartwatches bieten zwar ein großes Potenzial, Menschen in ihrem Streben nach einer aktiven und gesunden Lebensweise zu unterstützen, ermöglichen durch das Erfassen von sensiblen Gesundheitsdaten jedoch auch Eingriffe in die Privatsphäre des Einzelnen.

Im Forschungsprojekt InviDas geht die GI zusammen mit der Stiftung Digitale Chancen, Garmin Würzburg GmbH, RWTH Aachen, Universität Bremen und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg deshalb der Frage nach, wie die individuelle digitale Souveränität von Wearable-Nutzerinnen und -Nutzern gefördert werden kann. In einem ersten empirischen Schritt wurden Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Online-Studie zu ihrem Umgang mit dem Thema Datenschutz und ihrem Informationsbedarf zur Datenerfassung durch Wearables befragt.

Von den 204 Befragten mit einer Alterspanne zwischen 18 und 82 Jahren nutzen bisher 27% Wearables. Die Befragten hatten vergleichsweise hohe Datenschutzbedenken im Umgang mit mobilen Geräten. Hierbei gaben 81% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, dass Datenschutz zumindest gelegentlich eine Rolle in ihren Kauf- und Nutzungsentscheidungen digitaler Technoligen spielt. Jedoch verzichten 56% der Befragten zumeist darauf, Datenschutzerklärungen, als die primäre Informationsquelle über die Verarbeitung ihrer Daten zu lesen. Die Gründe hierfür sind vor allem der hohe Zeitaufwand (61%), Probleme der Nachvollziehbarkeit (27%) und die Tatsache, dass die Möglichkeit, die Technologie zu nutzen, zwangsweise an eine Zustimmung gebunden ist.

Insgesamt gab eine deutliche Mehrheit von 81% an, sich in Zukunft stärker mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzen zu wollen als bisher, wobei diese Einstellung in weiten Teilen unabhängig von dem Ausmaß der bisherigen Berücksichtigung des Themas durch die jeweiligen Befragten bestand. Diese Aussage betont das Potenzial für die geplante InviDas-Plattform, welche den Nutzerinnen und  Nutzern durch interaktive Datenvisualisierungen eine zugängliche Übersicht über die Weitergabe der eigenen Daten bieten soll. Zudem werden digitale Escape-Rooms entwickelt, um den reflektierten Umgang mit persönlichen Daten in einem spielerischen Rahmen zu trainieren.

In Bezug auf das Erfassen von Körperdaten wurde deutlich, dass unter den Befragten ein hoher Informationsbedarf bezüglich der Erfassung ihrer Daten durch Wearables besteht. 79% war es wichtig zu erfahren, welche Sensoren in dem genutzten Wearable verbaut sind. Detaillierte Informationen dazu, welche Daten durch die Sensoren erfasst werden können, gaben 92% als für sie wichtig an. 84% möchten zudem erfahren können, wann die Sensoren spezifische Daten erfassen.

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer möchten sich „vor dem Kauf“, „beim Einrichten“, „während der Nutzung“ und „bei Updates“ über den Datenschutz eines Wearables informieren. Das Thema Datenschutz ist demnach für viele der Befragten über den Verlauf des Lebenszyklus des Gerätes hinweg von Interesse. Insgesamt wird in den Ergebnissen der Studie sichtbar, dass aktuelle Datenschutzerklärungen weder den Ansprüchen an Informationsbedarf noch Zugänglichkeit gerecht werden. In einer zweiten Studie werden derzeit zusätzlich persönliche Einflussfaktoren auf die digitale Souveränität betrachtet, um so Gestaltungsmöglichkeiten der Datenschutzerklärungen genauer bestimmen zu können.

Weitere Einblicke in das Forschungsprojekt InviDas erhalten Sie auf der Projektwebseite sowie über den zugehörigen Newsletter

Der Beitrag wurde von Dr.-Ing. Sabine Theis und Sebastian Pütz vom Institut für Arbeitswissenschaften der RWTH Aachen verfasst. Vielen Dank!

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