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Blogbeitrag

Ausgabe 400

400 Ausgaben, fast ein Jahrzehnt, unzählige Debatten: Das GI-Radar blickt auf seine Entwicklung seit dem Neustart 2017 zurück. Zwischen kontroversen Themen, treuen Leserinnen und Lesern und anhaltenden Fragen rund um KI, IT-Sicherheit und digitale Souveränität bleibt der Newsletter seinem klaren Stil treu – und wagt nun behutsame Veränderungen.

Am 13. Januar 2017 haben wir nach dem Abschied von einem renommierten Verlag unser GI-Radar neugestartet – in Eigenregie. Nehmen unsere Mitglieder das an, ist es ihnen zu „selbstgestrickt“, finden wir genügend Themen und Nachrichten aus der GI, um alle 14 Tage einen spannenden Newsletter herauszubringen? Heute haben Sie nun Radar Nr. 400 in der Mailbox – 220 davon stammen aus unserer Redaktion, die übrigen 180 aus der Zeit davor (gi-radar.de/archiv/). Schlank, unbebildert, werbefrei, alle 14 Tage – an dieser Form haben wir festgehalten, auch als das Medienumfeld in die Gegenrichtung kippte.

Manche Texte und Meldungen muten aus heutiger Sicht an wie aus einem anderen Leben – andere sind nach knapp zehn Jahren noch erschreckend aktuell. Manche Radare haben Empörung ausgelöst, etwa unsere provokante Überschrift zu einer MIT-Anwendung („Wen hätten Sie überfahren?“: Radar 209). Andere Radare haben sowohl Zustimmung als auch Verwunderung ausgelöst – etwa zu KI und christlicher Ethik (Radar 364) oder zu Berufsperspektiven von Frauen in der Informatik (Radar 200).

Hin und wieder werden wir beschimpft („Bullshit, IT-fremde Schwafel- und Seilschaftsveranstaltungen“), gelegentlich wird uns der Austritt aus der GI angedroht. Wir reiben uns dann verwundert die Augen – und machen weiter. Natürlich gibt es auch Lob, etwa zu den Themen im Fokus, zur Auswahl der aktuellen Artikel und zu Fundstücken. 

Ein Blick in die ersten Ausgaben lohnt sich: Schon im Januar 2017 ging es bei uns um digitale Souveränität – ein Thema, das erst seit kurzem in der breiten Öffentlichkeit angekommen ist. Auch pro und contra Open Source war bereits 2017 bei uns ein Thema, ebenso wie Bitcoin, was seinerzeit noch als mögliche Blase betrachtet wurde. IT-Sicherheit und Überwachung sind immer wiederkehrende Fragen, ebenso wie die Ausgestaltung des Informatikunterrichts an Schulen und der Curricula an den Hochschulen. Künstliche Intelligenz kam erst langsam in den Fokus und beherrscht momentan fast jedes Radar – was die Auswahl nicht leichter macht: Bei der Flut an KI-Meldungen ist die eigentliche Arbeit das Aussortieren.

Eine ständige Herausforderung: Autorinnen und Autoren für unsere Fokus-Themen zu gewinnen. Manchmal fliegen uns Texte zu – häufiger braucht es Überzeugungsarbeit, dass das Radar eine gute Bühne ist, um eigene Forschung oder Herzensthemen einem größeren Publikum bekannt zu machen. Denn das Fokusthema wird nicht nur als Radar an die Mitglieder verschickt, sondern auch auf unseren Webseiten als Blogbeitrag (gi.de/themen) veröffentlicht.

Über das Layout haben wir immer wieder diskutiert, neue Techniken eruiert und uns gefragt, ob unser Stil noch zeitgemäß ist. Die letzte Mitgliederumfrage hat uns im aktuellen Format bestärkt. In den kommenden Ausgaben wird sich dennoch etwas ändern: Wir wechseln auf einen anderen Mailversand-Dienstleister und nehmen das zum Anlass, das Layout zu modernisieren – behutsam, an unseren Prinzipien (schlank, unbebildert, werbefrei) halten wir fest.

Bleibt die Frage an Sie: Welche Themen sollten wir auf dem Schirm haben, welche Beiträge möchten Sie selbst bei uns unterbringen, was vermissen Sie? Schreiben Sie uns an redaktion@gi-radar.de – wir freuen uns auf Anregungen für die nächsten 100 Ausgaben. Der Text erschien zuerst in unserem Newsletter GI-Radar. 

Vom Neustart 2017 bis Ausgabe 400: Die Redaktion hält den Newsletter am Laufen.(© Bild erstellt mit Unterstützung von dreamstime von Yuri Arcurs)