Zum Hauptinhalt springen
Meldung

Konferenz für mehr Diversität in der IT

Am 29. November veranstaltete CEPIS, der europäische Verband der Informatikgesellschaften, zum dritten Mal die DiversIT-Konferenz. In einer Paneldiskussion stellte Elisabeth Schauermann die Arbeit und die Positionen der Gesellschaft für Informatik vor.

Die Tagung stand unter dem Thema Allyship, also die Zusammenarbeit der Geschlechter. Helena Dalli, die aktuelle Europäische Kommissionärin für Gleichbehandlung, eröffnete die Veranstaltung mit einem Appell, dass besonders in MINT-Disziplinen noch viel zu tun sei. Sie betonte aber auch, dass jede Initiative dazu beiträgt, die Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit langfristig zu steigern.

In seiner Keynote berichtete Robert Baker, Geschäftsführer der Potentia Talent Consulting, dass Unternehmen und Organisationen davon profitieren, wenn sich die Leitungsebene für Gleichbehandlung einsetzt. Das bedeute, dass besonders in männlich dominierten Bereichen wie der Informatik auch Männer selbst diese Initiativen anstoßen und tragen müssen.

Die darauffolgende Paneldiskussion brachte vier Organisationen an den virtuellen Tisch, die bereits unter von CEPIS DiversIT mit dem Goldlevel ausgezeichnet wurden. Neben der GI teilten Accenture Slovakia, die griechische PeopleCert Group und das türkische Bildungsministerium Einblicke aus ihrer Arbeit und ihr Verständnis von Allyship.

Elisabeth Schauermann, Teamleiterin bei der GI, berichtete aus aktuellen Projekten, darunter Werde Informatiklehre*in: Das Projekt betrachtet den Mangel an Lehrkräften und den signifikanten Abgang von weiblichen Informatik-Fachkräften aus Unternehmen zusammen und zeigt Möglichkeiten für den Quereinstieg in die Schule auf. Neben Projekten und Initiativen seien aber nachhaltige Strukturen wie die Fachgruppe Frauen und Informatik und die Selbstverpflichtung der Fachgesellschaft zu Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit entscheidend.

Die beiden Unternehmen, vertreten durch Dimitra Karakosta und Andrej Orban betonten, dass Gleichbehandlung sowohl in den eigenen Teams ernst genommen werden muss, als auch in der Zusammenarbeit mit Kund*innen. Inzwischen werde bei vielen Aufträgen kritisch nachgefragt, ob Teams divers besetzt sind. Daraus ergebe sich ein direkter wirtschaftlicher Anreiz auch für IT-Unternehmen.

Die Vertreterin des türkischen Ministeriums Dr. Serap Karabacak beschrieb ihre Bemühungen, MINT-Mentoring breit verfügbar zu machen und über die nächsten Jahre Zugang für eine Million Frauen zu schaffen. Gleichzeitig müsse früh im Bildungsweg angesetzt und Familien sensibilisiert werden, Mädchen zu bestärken.

Blick ins Publikum bei der INFORMATIK 2022, zwei Frauen im Vordergrund lächeln und klatschen
Die Fachgruppe Frauen und Informatik bietet Informatikerinnen unterschiedliche Möglichkeiten zum Austausch, so wie hier bei einem Panel auf der diesjährigen INFORMATIK. (© Fabian Hammerl)