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Meldung

Kai Rannenberg wird nächster IFIP-Präsident

Ende September wurde Prof. Dr. Kai Rannenberg, Mitglied im GI-Präsidium, im Rahmen der Generalversammlung in Lissabon zum nächsten Präsidenten (president-elect) der International Federation of Information Processing (IFIP) gewählt. Er tritt sein Amt im September 2025 an.

Der Informatiker Kai Rannenberg ist erst der zweite Deutsche nach Prof. Dr. Klaus Brunnstein, der zum Präsidenten der International Federation of Information Processing (IFIP) gewählt wurde. IFIP ist die internationale Dachorganisation der nationalen Informatik-Fachgesellschaften aus etwa 40 Ländern/Regionen, die fünf Kontinente abdecken und insgesamt über eine halbe Million Mitglieder haben. IFIP verbindet mehr als 3.500 Wissenschaftler*innen und Fachleute aus dem akademischen Bereich und der Industrie in über 100 Arbeitsgruppen und 13 technischen Komitees. Gegründet wurde IFIP 1960 unter Schirmherrschaft der UNESCO als eines der Resultate des ersten World Computer Congress in Paris. Deutschland wird durch die Gesellschaft für Informatik und die Informationstechnische Gesellschaft im VDE bei IFIP vertreten.

Prof. Dr. Kai Rannenberg, President-elect der International Federation of Information Processing (IFIP): „IFIP ist als globale Plattform für den wissenschaftlichen und fachlichen Austausch heute genauso notwendig wie zu ihrer Gründungszeit. Der globale ‚Digital Divide‘ und das Ziel der ‚Digital Equity‘ verdeutlichen dies. Es kommt heute mehr denn je darauf an, digitale Technologien zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu nutzen, aber auch die Digitalisierung im Sinne der Nachhaltigkeit zu gestalten. Beispiele sind Fragen der Fairness bei Informationsverteilung und -zugang, des Persönlichkeitsschutzes und der Transparenz der Informationsverarbeitung. Der multilaterale Charakter der IFIP ermöglicht es uns, Wissen und Praxiserfahrungen aus der ganzen Welt zu Informations- und Kommunikationstechnologien, ihre Anwendung und die Digitalisierung im Allgemeinen zu sammeln, weiterzuentwickeln und zu verbreiten.“

Christine Regitz, Präsidentin der Gesellschaft für Informatik: „Wir freuen uns sehr, dass wir künftig durch Kai Rannenberg mit einer kompetenten und hörbaren Stimme an der Spitze des Informatik-Weltdachverbandes vertreten sind. Als Gesellschaft für Informatik ist uns der internationale Dialog sehr wichtig, auch auf der globalen Ebene. Insbesondere Fragen der informatischen Bildung, des Datenschutzes und der IT-Sicherheit, der Ethik sowie der Information und Internet Governance stehen dabei im Fokus und müssen künftig noch verstärkt im supranationalen Kontext diskutiert und beantwortet werden. IFIP ist dabei eine wichtige Plattform.“

Kai Rannenberg ist seit 2002 Inhaber der Professur für Mobile Business & Multilateral Security (www.m-chair.de) der Goethe-Universität Frankfurt und seit 2012 Gastprofessor am National Institute for Informatics (Tokyo, Japan). Er verfügt über eine langjährige Erfahrung im internationalen Austausch: Bereits seit 1995 engagiert er sich im Council of European Professional Informatics Societies (CEPIS) im Special Interest Network „Legal & Security Issues“ (LSI, www.cepis.org/lsi). Von 2004 bis 2013 war er wissenschaftlicher Experte im Verwaltungsrat der European Network and Information Security Agency (www.enisa.europa.eu) und von 2014 bis 2020. Mitglied der Permanent Stakeholder Group der ENISA. Er koordinierte mehrere führende EU-Forschungsprojekte, unter anderem das Exzellenznetzwerk „Future of Identity in the Information Society“ (www.fidis.net) und das integrierte Projekt „Attribute-based Credentials for Trust“ (www.abc4trust.eu). Seit 2019 ist er der Koordinator des Kompetenzcenterpiloten CyberSec4Europe (https://cybersec4europe.eu/) und seit 2022 des Projektes CyberSecPro für Cybersecurity-Ausbildung (www.cybersecpro-project.eu). Von 2015 bis 2021 war Kai Rannenberg IFIP-Vizepräsident, seit 2021 ist er IFIP Treasurer und seit 2018 im Vorstand von CEPIS, seit 2023 als Deputy President. Er vertritt die Gesellschaft für Informatik u.a. bei CEPIS, IFIP und dem DIN und berät in dieser Eigenschaft das Präsidium der GI.

Prof. Dr. Kai Rannenberg, president-elect der International Federation of Information Processing