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Meldung

‚Informatics for all' veröffentlicht Europäischen Referenzrahmen für Informatik in der Schule

Der neue Referenzrahmen unterstützt die Förderung der Informatik als Grundlagendisziplin für das 21. Jahrhundert und schlägt europaweit einheitliche Standards für den Informatikunterricht in der Schule vor.

Brüssel, Belgien, 15. März 2022 – Der internationale Zusammenschluss von Fachgesellschaften zur Informatik, die 'Informatics for all'-Coalition hat unter Mitwirkung der Gesellschaft für Informatik (GI) einen Referenzrahmen für Informatik in der Schule veröffentlicht. ‚Informatics for all‘ ist eine multinationale Initiative, die darauf abzielt, Informatik in den Primar- und Sekundarstufen der allgemeinbildenden Schulen und für alle Kinder und Jugendlichen in ganz Europa zu fördern.

Prof. Dr. Ira Diethelm, Mitglied im GI-Präsidium und Professorin für Didaktik der Informatik an der Universität Oldenburg: „Wir leben in einer zunehmend digital vernetzten Welt. Wenn Schülerinnen und Schüler unsere Schulen als mündige Bürger verlassen sollen, dann muss die Schule für alle Kinder und Jugendlichen den Erwerb dieser notwendigen informatischen Kompetenzen sicherstellen. Immer mehr Länder in Europa führen deshalb Informatik als festen Bestandteil in der Stundetafel ein. Der Europäische Informatik-Referenzrahmen wurde entwickelt, um Schulen und Schulbehörden bei der Entwicklung von Informatiklehrplänen zu unterstützen. Dieser Referenzrahmen enthält eine Reihe von Kernthemen mit den dazugehörigen Kompetenzbereichen, die alle Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der Schulpflichtzeit beherrschen sollten.“

Die Autorinnen und Autoren sind überzeugt davon, dass eine gemeinsame europäische Vision der Informatik mit Mindestanforderungen auf hohem Niveau ein wichtiger Eckpfeiler der Bemühungen ist, die Teilhabechancen und Mündigkeit von Schülerinnen und Schülern in der digitalen Welt in ganz Europa zu verbessern. Der Informatik-Referenzrahmen ist absichtlich flexibel und kurz gehalten. Er ist so gestaltet, dass er Raum lässt, die Lehrpläne auf die lokalen und nationalen kulturellen und bildungspolitischen Bedürfnisse abzustimmen. Er wird Anfang April in Brüssel in Zusammenhang mit dem Digital Education Action Plan der Europäischen Kommission vorgestellt und diskutiert.

Professorin Dame Wendy Hall, Vorsitzende der 'Informatics for all'-Coalition von der University of Southampton: „Seit der Gründung von ‚Informatics for All‘ im Jahr 2018 sind uns zwei Aspekte von zentraler Bedeutung: Informatik ist eine Grundlagendisziplin und muss in der Schule auf Augenhöhe mit Mathematik und Sprachen vermittelt werden. Darüber hinaus ermutigen wir Schulen selbst zu erfahren, dass die Informatik ein äußerst nützliches Instrument ist, um Schülerinnen und Schüler den Zugang zu anderen Fächern zu erleichtern. Dieser neue Referenzrahmen konzentriert sich hauptsächlich auf den ersten Aspekt, indem er Pädagoginnen und Pädagogen in ganz Europa ein klares Bild davon vermittelt, wie Informatik als grundlegende Disziplin aufgebaut werden kann – und zwar auf einem einheitlichen hohen Niveau.“

Professor Michael E. Caspersen von der Aarhus University und Vorsitzender der Arbeitsgruppe, die den Referenzrahmen entwickelt hat: „Eine starke Bildungsinfrastruktur in der Informatik ist für die wirtschaftliche Entwicklung und das industrielle Wachstum Europas in den kommenden Jahrzehnten von entscheidender Bedeutung. Gleichzeitig ist die schulische Informatikausbildung in Europa immer noch fragmentiert und erhält nicht genügend Aufmerksamkeit. Dieser Referenzrahmen baut auf unserer früheren Arbeit auf und wird es Pädagoginnen und Pädagogen erleichtern, die Informatikausbildung für Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 18 Jahren in Europa zu verbessern.“

Zusätzlich zum Hauptbericht zum Informatik-Referenzrahmen für Schulen wird die Initiative ‚Informatics for all‘in Kürze ergänzende Arbeitspapiere veröffentlichen, die zusätzliche Anleitungen für bestimmte Bereiche bieten werden. Lehrkräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung des Informatik-Referenzrahmens und der Gestaltung eines Lehrplans, der auf ihr Land, ihre Region oder ihre Schule zugeschnitten ist. Die Lehrkräfte können die Entwicklung des Informatik-Referenzrahmens weiter vorantreiben, indem sie ihre Erkenntnisse und Erfahrungen weitergeben.

Der Informatik-Referenzrahmen für die Schule kann hier heruntergeladen werden (Englisch): www.informaticsforall.org/wp-content/uploads/2022/03/Informatics-Reference-Framework-for-School-release-February-2022.pdf

Über die Initiative ‚Informatics for all‘:

Die 2018 gegründete Initiative ‚Informatics for all‘ ist ein Zusammenschluss von Informatik-Fachgesellschaften, der sich zum Ziel gesetzt hat, Informatik als grundlegendes Schulfach für alle Schüler*innen zu etablieren. Die Initiative will Informatik als grundlegendes und eigenständiges Schulfach etablieren und die Integration der Informatik in andere Schulfächer sowie in Studiengänge an Hochschulen verbessern. ‚Informatics for all‘ ist eine Initiative des ACM Europe Council der Association for Computing Machinery, dem Council of European Professional Informatics Societies (CEPIS), Informatics Europe und der International Federation for Information Processing (IFIP).

Weitere Informationen unter www.informaticsforall.org.

Prof. Dr. Ira Diethelm, Universität Oldenburg / GI-Präsidium
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