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Pressemitteilung

GI startet neues Projekt für ein nachhaltigkeitsbezogenes Informatik-Curriculum

Im Projekt „Green Coding: Fachliche Bausteine für ein nachhaltigkeitsbezogenes Informatik-Curriculum“ werden die Grundlagen für ein praxisorientiertes Green-Coding Curriculum erarbeitet. Im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) adressiert die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) den kontinuierlich steigenden Energie- und Ressourcenbedarf digitaler Infrastrukturen als zentrale Herausforderung der digitalen Transformation.

Die steigende Daten- und Rechenintensivität von Softwareentwicklung und -nutzung – insbesondere im Kontext von Künstlicher Intelligenz – hat zu mehr gesamtgesellschaftlicher Aufmerksamkeit und Diskussion über ihre Umweltbilanz geführt. Während aber auf Hardwareebene erhebliche Effizienzgewinne erzielt wurden, werden diese durch zunehmende Anforderungen moderner Software, ineffiziente Programmierpraktiken und den sogenannten Software-Bloat kompensiert. Es fehlt an curricularen Grundlagen und systematisch vermittelten Kompetenzen im Bereich der energie- und ressourcenschonenden Softwareentwicklung.

Bildung als zentraler Faktor für die Etablierung von Green Coding in der Praxis

Berlin, 18. August 2026 – Obwohl bereits eine Vielzahl von Handlungsempfehlungen für das nachhaltige Softwaredevelopment, auch Green Coding, bestehen, fehlt es an einer umfassenden Eingliederung dieser Inhalte in die Informatikausbildung. Diese Wissenslücken sollen durch das Curriculum systematisch geschlossen werden, während es trotzdem eine flexible Integration in bestehende Studienstrukturen ermöglicht. Im Projekt sollen zuerst relevante Wissensdefizite identifiziert und anschließend geeignete Inhalte und Lehrmethoden ausgewählt und didaktisch aufbereitet werden.

Prof. Dr. Volker Wohlgemuth, Sprecher des Gl-Fachausschusses

„Umweltinformatik“: „Für uns ist das eine einmalige Chance, die vielen bereits bestehenden Ansätze im Bereich Green Coding erstmals systematisch zusammenzuführen. Gleichzeitig wollen wir über das Projekt hinaus ein nachhaltiges Netzwerk der curricularen Bildung aufbauen, das den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Lehre und Praxis auch langfristig trägt.“

Einbezogen in das Curriculum werden aktuelle Forschungsergebnisse, geeignete Mess- und Bewertungsansätze der nachhaltigen Softwareentwicklung sowie erprobte didaktische Konzepte. Durch die enge Zusammenarbeit mit Akteur*innen aus Wissenschaft, Lehre, beruflicher (Weiter-)Bildung und Praxis, wird eine hohe Anwendungsrelevanz und didaktische Wirksamkeit angestrebt.

Prof. Dr. Stefan Naumann, Sprecher des GI-Arbeitskreises „Green Coding": „Bei der Entwicklung der Module werden wir von Beginn an sowohl die unterschiedlichen Zielgruppen, die verschiedenen Anforderungsniveaus als auch die unterschiedlichen Lehranstaltstypen berücksichtigen. Die Inhalte sollen so konzipiert sein, dass sie für zukünftige Inhalte erweitert oder adaptiert werden können.“

Anschließend folgt die Pilotierung des Curriculums mit dem Ziel der praktischen Erprobung, Evaluation und der iterativen Weiterentwicklung in realen Lehr- und Anwendungskontexten. Das Ziel ist ein wirksames, praxistaugliches und anschlussfähiges Curriculum, das möglichst weit Verbreitet und implementiert werden kann.

Das Projekt wird umgesetzt durch die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), dem Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier (UCB), dem Öko-Institut (ÖI) sowie dem Institute for Sustainability Technology and Education (ISTE). Es wird von 2026 bis 2029 vom Umweltbundesamt (UBA) finanziert.

Projektpartner

Umwelt-Campus Birkenfeld

HTW Berlin

Öko-Institut

Institute for Sustainability Technology and Education

 

Pressekontakt:
Alexandra Resch

Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) Geschäftsstelle Berlin
Weydingerstr. 14-16
10178 Berlin
Mail: presse@gi.de

Das Bild zeigte eine Computertastatur und angedeutet auch die verbaute Technik darin. Es ist teils durchsichtig, teils grün eingefärbt.
unsplash/@resourcedatabase