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Meldung

GI fordert Nachbesserungen bei den Kernlehrplänen Informatik in NRW

Im Rahmen der Verbändebeteiligung zu den neuen Kernlehrplänen für den Wahlpflichtbereich Informatik der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen hat die Fachgruppe Informatische Bildung in Nordrhein-Westfalen (IBN) der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) Nachbesserungen gefordert.

Bonn, 24. März 2023 – In Nordrhein-Westfalen (NRW) werden derzeit die Kernlehrpläne für den Wahlpflichtbereich Informatik der Sekundarstufe I überarbeitet. Es liegen Entwürfe sowohl für die Hauptschule, als auch für die Realschule, die Gesamt- und Sekundarschule als auch für das Gymnasium vor. Die Fachgruppe Informatische Bildung in Nordrhein-Westfalen (IBN) der Gesellschaft für Informatik begrüßt die Überarbeitung der Kernlehrpläne von 2015 für das Wahlpflichtfach Informatik: Durch diese wird Informatik in Nordrhein-Westfalen nun auch in der Sekundarstufe I an der Hauptschule Informatik curricular verankert – zumindest als Wahlfach.

Daniel Losch, Sprecher der GI-Fachgruppe Informatische Bildung in Nordrhein-Westfalen: „Alle Schüler*innen bedürfen informatischer Bildung im Rahmen ihrer allgemeinbildenden Schulpflicht, denn die Informatik ist die zentrale Bezugswissenschaft einer verantwortungsvollen, digitalen Transformation. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir die Ausweitung des Faches Informatik auf weitere Schultypen sehr. Gleichwohl weisen wir darauf hin, dass – wie von der GI und der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonfernez  empfohlen – mindestens eine Wochenstunde Informatik von der 5. bis zur 10. Jahrgangsstufe umgesetzt werden muss, um der Bedeutung des Faches gerecht zu werden. Das ist insbesondere wichtig, um das Prinzip der Spiralcurricularität konsequent zu implementieren."

In einer umfangreichen Stellingnahme zu den Kernlehrplansentwürfen weist die GI darauf hin, dass der Unterricht darauf ausgerichtet sein muss, den Lernenden Gelegenheiten zu geben, Kompetenzen wiederholt und in wechselnden Zusammenhängen unter Beweis zu stellen. Dieser Eckpfeiler sollte in den Kernlehrplänen gesetzt werden, sodass die Entwicklung schuleigener Unterrichtsvorgaben spiralcurricular angelegt werden kann, um den Lernenden eine nachhaltige Kompetenzentwicklung zu ermöglichen.

In ihrer Stellungnahme begrüßt die GI die Regelung zur Gestaltung des schulinternen Lehrplans im kombinierten Fach in den Jahrgangsstufen 9/10 des Gymnasiums. Das neue Inhaltsfeld »Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen« wird allerdings als Bruch mit den GI-Empfehlungen für Bildungsstandards gesehen. Um einer Verengung auf maschinelles Lernen entgegenzuwirken, sollte über die Erweiterung um Robotik oder neuronale Netze nachgedacht werden.

Die GI fordert zudem die Objektorientierung in den Informatikunterricht der Sekundarstufe 1 (wieder) schulformübergreifend aufzunehmen, um die entsprechenden Kompetenzen der Kernlehrpläne von 2015 sowohl für die Gesamt- und Realschule als auch für das Gymnasium und die Hauptschule in den neuen Kernlehrplänen zu verankern. Außerdem müssen Datenstrukturen ausdrücklich essenzieller Bestandteil eines allgemeinbildenden Curriculums sein. Darüber hinaus empfiehlt die GI die Kontextualisierung von Lizenzmodellen als Informatik-Unterrichtsgegenstand sowie eine Präzisierung im Lernbereich »Verschlüsselung« und bei den Fachtermini.

Weitere Informationen:

Über die Gesellschaft für Informatik e.V.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist die größte Fachgesellschaft für Informatik im deutschsprachigen Raum. Seit 1969 vertritt sie die Interessen der Informatikerinnen und Informatiker in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik und setzt sich für eine gemeinwohlorientierte Digitalisierung ein. Mit 14 Fachbereichen, über 30 aktiven Regionalgruppen und unzähligen Fachgruppen ist die GI Plattform und Sprachrohr für alle Disziplinen in der Informatik. Weitere Informationen finden Sie unter www.gi.de. Die GI hat sich Ethische Leitlinien gegeben, die Ihren Mitgliedern als Orientierung dienen.

Die GI-Fachgruppe Informatische Bildung in NRW (FG IBN) ist ein Zusammenschluss von Lehrkräften aller Schulformen, die in Nordrhein-Westfalen informatische Bildung voranbringen wollen. Die Fachgruppe unterstützt die Informatiklehrkräfte bei der Durchführung und Weiterentwicklung ihres Unterrichtes und schafft die notwendigen Voraussetzungen dafür. Weitere Inforamtionen unter www.fg-ibn.gi.de

Pressekontakt:

Anna-Sarah Lieckfeld
Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)
Geschäftsstelle Berlin, Spreepalais am Dom
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2, 10178 Berlin

Telefon: +49 30 7261 566 15
Mail: presse@gi.de

Daniel Losch, Sprecher der GI-Fachgruppe IBN, ist Lehrer für Informatik und Latein und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Didaktik der Informatik an der Bergischen Universität Wuppertal. Für ihn ist klar: Alle Schüler*innen brauchen Grundkenntnisse in der Informatik.