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Recap: Fachgespräch "Künstliche Intelligenz" des GI-Wirtschaftsbeirats

Der GI-Wirtschaftsbeirat der Gesellschaft für Informatik diskutierte bei einem Fachgespräch zum Thema "Künstliche Intelligenz" im Fraunhofer Forum im Spreepalais Berlin u.a. mit Saskia Esken, MdB (SPD), Dr. Tina Klüwer (Geschäftsführerin Parlamind), Andreas Hartl (BMWi) und Prof. Ingo Timm (Sprecher GI-Fachbereich KI) über die nationale KI-Strategie der Bundesregierung und den Vorschlag eines Daten-Für-Alle-Gesetzes.

Gestern hat der GI-Wirtschaftsbeirat in Berlin ein Fachgespräch zum Thema "Künstliche Intelligenz" veranstaltet. Als Einstieg hat Andreas Hartl,  Leiter des Referats „Künstliche Intelligenz / Datenökonomie“ im Bundesministerium für Wirtshchaft und Energie (BMWi) die im November 2018 von der Bundesregierung veröffentlichte nationale Strategie Künstliche Intelligenz vorgestellt. Die nationale Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung soll vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklungen der Technologie die wesentlichen Rahmenbedingungen vorgeben. Die KI-Strategie ist als lernende Strategie angelegt, die es kontinuierlich gemeinsam durch Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft neu zu justieren gilt.

Die Gesellschaft für Informatik hat unter Federführung des Fachbereichs "Künstliche Intelligenz" Stellung zu der KI-Strategie genommen. Prof. Dr. Ingo Timm, Sprecher des Fachbereichs Künstliche Intelligenz in der GI bewertete die Strategie: "Wir begrüßen das Vorhaben einer signifikanten Förderung von KI in Forschung, Lehre und praktischer Anwendung - msofern das so kommt wie geplant. Wir unterstützen, dass unter der Bezeichnung „Artificial Intelligence (AI) made in Germany“ - besser made in Europe - eine breite wissenschaftliche und technologische Basis unter Berücksichtigung bereits bestehender, exzellenter Kompetenzen in der KI als Ganzes erfolgen soll, die nicht nur auf das KI-Teilgebiet Maschinelles Lernen beschränkt ist. Das Forschungsgebiet KI umfasst neben dem Bereich des Maschinellen Lernens (ML) eine große Palette weiterer Forschungsgebiete, wie beispielsweise wissensbasierte Systeme und Deduktion, Robotik, intelligente Suche und Optimierung, automatische Planung und Konfiguration."

Da es keine KI ohne Daten geben wird, wurde im Rahmen des Fachgesprächs umfassend über die Frage des Zugangs zu Daten, deren Qualität und den richtigen Umgang diskutiert. Ausgangspunkt war ein Positionspapier für ein Daten-Für-Alle-Gesetz, das Saskia Esken (MdB) vorgestellt hat und das auf einer Idee von Viktor Mayer-Schönberger basiert: Vor dem Hintrgrund der zunehmenden Bedeutung von Daten für viele Arbeits- und Lebensbereiche, müsse der Zugang zu Daten auf allen Ebenen ermöglicht und dort, wo es notwendig ist, auch gesetzlich abgesichert werden. In einem Daten-für-Alle-Gesetz solle daher unter Berücksichtigung des bestehenden Datenschutzrechtes rechtliche Vorgaben für die Sicherung des Zugangs zu Daten erfasst werden und zwar (1.) für die Nutzung von nicht-persönlichen Daten als Gemeingut, (2.) für das Aufbrechen von Datenmonopolen durch eine Datenteilungspflicht für marktdominante Unternehmen und (3.) sollten Anreize zum Datenteilen geschaffen werden und ein sicherer europäischer Datenraum unter Wahrung des Datenschutzes ermöglicht und geschaffen werden.

Zum Ende des Gsprächs wies Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco - Verband der Internetwirtschaft und Mitglied des GI-Wirtschftsbeirats darauf hin, das zur Struktureriung der in der Öffentlichkeit geführten Diskussion um Daten als das Öl des 21. Jahrhunderts eine Art Taxonomie hilfreich wäre, aus der hervorgeht, von welcher Art von Daten mit welchen Implikationen und Schutzanforderungen in den unterschiedlichen Debatten jeweils die Rede sei.

Weitere Inforamtionen zum GI-Wirtschaftsbeirat unter https://gi.de/giwi/. 

Das Fachgespräch fand im Fraunhofer Forum in Berlin statt.
Die Teilnehmerinnen des Fachgesprächs "Künstliche Intelligenz" des GI-Wirtschaftsbeirats (v.l.n.r.): Barker (Aspen Institute), Teille (Volkswagen), Schaar-Goldapp (GI), Hartl (BMWi), Esken (MdB / SPD), Klüwer (KI-Bundesverband / Parlamind), Regitz (GI / SAP), Timm (GI-FBKI / Uni Trier), Mentzinis (SAP), Rabe (eco), Kranich (FZI), Krupka (GI), Nagel (GI), Schwitzte (BITMi) und Patz (Deutsche Bahn)