PressemitteilungMeldung

GI kritisiert geplante Einschränkung der Meinungsfreiheit im Internet durch Uploadfilter

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) appelliert an die Abgeordneten des Europäischen Parlamentes, die geplante EU-Urheberrechtsreform in der vorliegenden Form abzulehnen.

Berlin, 28.02.2019 – Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) kritisiert die in wenigen Wochen vom EU-Parlament zu verabschiedende EU-Richtlinie zur Urheberrechtsreform, weil insbesondere durch den Artikel 13 eine Zensurinfrastruktur etabliert werden könnte. Die Richtlinie sieht u.a. vor, dass Internetseiten und Apps die von den Nutzerinnen und Nutzern hochgeladenen Inhalte mit einem Uploadfilter auf Urheberrechtsverletzungen prüfen müssen. 

Prof. Dr. Hannes Federrath, Präsident der GI: „Es ist richtig und wichtig, das Urheberrecht an das digitale Zeitalter anzupassen. Die hier vorgeschlagene automatisierte Prüfung auf Urheberrechtsverletzungen legt jedoch den technischen Grundstein für eine Zensur- und Kontrollinfrastruktur im Internet. Zugleich wird sie Urheberrechtsverletzungen und kriminelle Inhalte nicht wirkungsvoll verhindern können.“ 

Deshalb appelliert die Gesellschaft für Informatik an alle Europaabgeordneten, das endgültige Inkrafttreten der Richtlinie in ihrer aktuellen Form in der anstehenden Abstimmung im Europaparlament abzulehnen.

Pressekontakt: 

Frithjof Nagel
Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) 

Geschäftsstelle Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Str.2
10178 Berlin 
Tel.: +49 30 7261 566-15
berlin(at)gi.de
 

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Prof. Dr. Hannes Federrath, Präsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)
© Kathrin Richter, Trendsetter - GI e.V.