KI-Camp 2023 Community Day: Vom smarten Weinberg zur generativen Revolution
Auf dem digitalen Community Day des KI-Camp 2023 kamen am 24. März mehr als hundert KI-Forschende unterschiedlicher Disziplinen zusammen, um sich ihre Forschungsarbeit in Vorträgen und Workshops gegenseitig vorzustellen und aus verschiedenen Perspektiven darüber zu diskutieren. Der Community Day ergänzt das KI-Camp erstmalig als partizipatives Vorprogramm.
Ausgerechnet mit einem Feueralarm im Sendestudio startete das Online-Event am 24. März: Kurz vor Start der Live-Übertragung aus dem Studio kam das Team somit zu einer weiteren Vorbesprechung auf dem Evakuierungsplatz zusammen. Nach einer halben Stunde konnte er losgehen: der erste Community Day der inzwischen dritten Ausgabe des KI-Camp – der transdisziplinären Forschungs-Convention des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI).
Schon vor dem Main Day des KI-Camp hatten dabei alle Teilnehmenden Gelegenheit, einander ihre Forschungsfragen vorzustellen und aus den verschiedenen Perspektiven der Wissenschaft, Kunst, Anwendung und Lehre miteinander zu diskutieren.
Das Programm gestaltete sich dabei so vielseitig wie die Disziplinen der Teilnehmenden. Aus Sicht der Informatik, Philosophie, Kunst, Medizin und vielen weiteren Forschungsbereichen beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Fragen wie: Ist es eine gute Idee, sich mit einer KI anzufreunden? Welche Systeme können und sollten den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bestimmen? Wie stehen KI und Kreativität zueinander? Und: Wie kann KI uns dabei helfen, köstlichen Wein herzustellen?
Auf die letzte Frage gaben Nick Theisen und Mark Mints von der Universität Koblenz mit ihrem Vortrag zum Projekt „Smarter Weinberg“ Antworten: Sie unterstützen die Winzer*innen in der Region Cochem-Zell durch Digitalisierung und Automatisierung bei der Weinherstellung. Auf einem Weinberg Prozesse zu automatisieren ist allein schon aufgrund der Steilhanglage eine Herausforderung. Doch es lohnt sich: Durch intelligente Bildverarbeitung können etwa kranke Blätter oder Unkraut identifiziert und der Einsatz von Pestiziden vermieden werden.
In einem vierstündigen Workshop der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) diskutierten die Teilnehmenden, welche Maßnahmen nötig sind, um durch den Einsatz von KI die Arbeitswelt von morgen menschlich zu gestalten. Darunter fielen zum Beispiel Akzeptanz durch Vertrauensbildung, Robustheit, Ermöglichung des Nachlernens sowie der Einsatz überwachender KI-Anwendungen, die Mitarbeitende entlastet, statt sie zu kontrollieren. Klar wurde dabei auch: Wir haben höhere Ansprüche an KI als an Menschen.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Zitat der Forscherin Caterina Moruzzi, die eine Session zu KI und Kreativität gehalten hat: „There is a tension between expectation and surprise.“ Das trifft wohl in vielen Fällen auf den Einsatz von KI-Technologien zu, wie die Teilnehmenden beim Community Day lernen konnten.
Weiter geht das KI-Camp am 26. April. Dann treffen die Teilnehmenden vor Ort in der Factory Berlin Görlitzer Park aufeinander, setzen ihre Diskussionen fort und können sich in rund 30 Sessions in sechs Thementracks mit renommierten KI-Expert*innen aus der ganzen Welt austauschen. Das vollständige Programm und Informationen zur Teilnahmemöglichkeit der Öffentlichkeit folgen in Kürze auf kicamp.org.
Fragen und Anregungen nimmt das Team gerne unter kicamp@gi.de entgegen.


