GI begrüßt Pläne für Pflichtfach Informatik in Schleswig-Holstein
Der neue Koalitionsvertrag zeigt: Auch in Schleswig-Holstein soll zukünftig das Pflichtfach Informatik eingeführt werden. Die GI begrüßt die Pläne der schwarz-grünen Koalition als notwendigen Schritt, um dem Allgemeinbildungsauftrag der Schule nachzukommen.
Berlin, 23. Juni 2022 – Nach den Landtagswahlen von Schleswig-Holstein im Mai veröffentlichen die künftige Regierungsparteien CDU und Bündnis 90 / Die Grünen nun ihren Koalitionsvertrag, der viele digitalpolitische Ziele umfasst. Neben Plänen in den Bereichen IT-Sicherheit, Digitale Souveränität und Green IT, begrüßt die Gesellschaft für Informatik vor allem die Pläne für die Einführung eines Pflichtfachs Informatik. So soll Informatik an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen verpflichtend unterrichtet werden. Damit greift die Koalition eine zentrale Forderung der Gesellschaft für Informatik auf.
Christine Regitz, Präsidentin der Gesellschaft für Informatik e.V.: „Digitalisierung und informatische Systeme bestimmen vielerorts unseren Alltag. Wenn die allgemeinbildenden Schulen den Anspruch haben, unsere Kinder auf diesen durch Informatik geprägten Alltag vorzubereiten, dann muss Informatik genauso selbstverständlich gelehrt werden wie Lesen, Schreiben, Rechnen, Medien- und politische Bildung. Digital mündige Bürger*innen, die sich selbstbestimmt in der zunehmend digital vernetzten Welt bewegen, müssen grundsätzlich verstehen, wie diese digitalen Technologien funktionieren. Dafür braucht es in der Schule einen eigenen Lernort und ein eigenes Fach mit dafür ausgebildeten Lehrkräften. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich die Pläne der neuen Koalition in Schleswig-Holstein zur Einführung des Pflichtfaches Informatik.“
Schulen sollen laut dem Koalitionsvertrag außerdem die Möglichkeit erhalten, „innovativen Unterricht“ zu erproben, bei dem sie von einem Innovationsfonds unterstützt werden sollen. Durch die neuen Pläne würden laut des Vertrags die Zukunftskompetenzen der Schüler*innen gefördert werden, wobei die Stärkung der Medienkompetenz sie befähigen soll, sich vor Desinformation und Verschwörungserzählungen zu schützen.
Der Informatik-Monitor, der von der Gesellschaft für Informatik in Kooperation mit der Universität Rostock umgesetzt wird, zeigt, dass die Informatikbildung in Deutschland noch immer einem Flickenteppich gleicht. Während Mecklenburg-Vorpommern mit verpflichtendem Informatik-Unterricht ab Klassenstufe fünf Spitzenreiter ist, bilden Hessen und Bremen ohne ein jegliches Angebot für Informatik-Unterricht die Schlusslichter. Umso erfreulicher sind daher natürlich die Pläne der neuen Koalition, die Informatikbildung im Land zukünftig zu stärken. Schleswig-Holstein folgt so immer mehr Bundesländern, die das Pflichtfach Informatik umsetzen wollen und trägt dazu bei, die großen Unterschiede informatischer Bildung zwischen den Bundesländern zu verringern.
Über die Gesellschaft für Informatik e.V.
Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist die größte Fachgesellschaft für Informatik im deutschsprachigen Raum. Seit 1969 vertritt sie die Interessen der Informatikerinnen und Informatiker in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik und setzt sich für eine gemeinwohlorientierte Digitalisierung ein. Mit 14 Fachbereichen, über 30 aktiven Regionalgruppen und unzähligen Fachgruppen ist die GI Plattform und Sprachrohr für alle Disziplinen in der Informatik. Weitere Informationen finden Sie unter www.gi.de. Die GI hat sich Ethische Leitlinien gegeben, die Ihren Mitgliedern als Orientierung dienen.
© Mikhail Nilov - Pexels
