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Meldung

Webtalk verpasst? Was zur EU-Regulierung rund um Cybersicherheit diskutiert wurde

„EU-Regulierung zur Cybersicherheit – ein großer Schritt in Richtung sichere Kritische Infrastrukturen?” war der Titel des GI-Webtalks vom 12. Juli. Drei Experten aus Politik, Wirtschaft und Forschung informierten und diskutierten darüber, wie die Stromwirtschaft als Kritische Infrastruktur in der Cybersicherheit aufgestellt ist, was sich ändern wird – und ändern muss.

In Deutschland sind wir gut aufgestellt

Gleich zu Beginn des Webtalks überraschten die drei Experten ganz positiv damit, wie sie die Cybersicherheit in der deutschen Stromwirtschaft einschätzen: „Wir sind in Deutschland regulatorisch und in der Umsetzung gut aufgestellt", sagte Mathias Böswetter, Fachgebietsleiter IT-Sicherheit und Kritische Infrastrukturen im Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW). Dem pflichteten auch die anderen Gäste bei. Andreas Jung, Leiter des Referats Krisenvorsorge, Strom, Cybersicherheit im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) wies darauf hin, dass es in Deutschland bereits sehr etablierte Systeme gäbe, etwa zur Meldung von Vorfällen. Aber: Es blieb nicht nur beim Loben.

Die Gefahr eines intransparenten Regulierungswirrwarrs

Sowohl Mathias Böswetter als auch Hannes Federrath, Professor für IT-Sicherheit in verteilten Systemen in Hamburg, wiesen auf die Gefahr eines regulatorischen Wirrwarrs hin. Man müsse aufpassen, dass sich Regulierungen nicht gegenseitig wiederholen, sondern harmonisch ineinandergreifen. Dies betreffe etwa die Verzahnung von physischer und IT-Sicherheit, wie mit der NIS-2- und der CER-Richtlinie, die in absehbarer Zeit in Deutschland umgesetzt werden, oder dem Cyber Resilience Act und dem Network Code on Cybersecurity. Andreas Jung versicherte, dass man in Deutschland viel Freiheit habe und bestrebt sei, die Richtlinien über Dachgesetze möglichst transparent und harmonisch umzusetzen.

Technische Standards stärken

Hannes Federrath machte einen ganz konkreten und liberalen Vorschlag für die Regulatorik: Statt detailliert vorzuschreiben, könne eine grobe Rahmengesetzgebung ausreichen – konkret umgesetzt würde Cybersicherheit dann über nationale und internationale Standards, die sich hoffentlich bald als verbindlich erweisen würden. Sowieso, so Prof. Federrath, müssten alle Akteure eine intrinsisches, wirtschaftliches Interesse haben, Cybersicherheit auf hohem Niveau umzusetzen. Ein Punkt, dem Mathias Böswetter unter dem Aspekt zustimmte, dass es dennoch allgemeine europäische Standards statt nationale Sonderwege brauche.

Sicherheit, so ein Fazit des Webtalks, muss gut abgestimmt und im gemeinschaftlichen Dialog vorangebracht werden. Dieser wird unter anderem durch die vom BMWK initiierte und von der Gesellschaft für Informatik unterstützte Branchenplattform Cybersicherheit in der Stromwirtschaft angeregt: https://future-energy-lab.de/projects/branchenplattform-cybersicherheit/

Nachlesen, nachhören, nachfragen

  • Den aufgezeichneten Webtalk können Sie über YouTube hier sehen und gerne auch weiterempfehlen.
  • Hier können Sie die Vortragsfolien von Prof. Hannes Federrath zum Thema „Vielfalt der aktuellen EU-Regulierung zur Cybersicherheit” abrufen.
  • Fragen können Sie an Linda Schwarz (linda.schwarz@gi.de) richten.
Event-Ankündigung: EU-Regulierung zur Cybersicherheit – ein großer Schritt in Richtung Kritische Infrastrukturen?