Bildungsstandards: GI stellt neue Empfehlungen für den Informatikunterricht vor
Die Gesellschaft für Informatik e.V. hat ihre Empfehlungen für die „Bildungsstandards für das Fach Informatik in der Sekundarstufe I“ umfassend überarbeitet. Mit der Aktualisierung reagiert sie auf die zunehmende Bedeutung digitaler Kompetenzen und die dynamischen Entwicklungen im Bereich der Informatik.
In Bundesländern wie Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen ist Informatik bereits ein Pflichtfach, während Hamburg dessen Einführung ab 2025/2026 plant. Das ist ein wichtiger Schritt, um Schülerinnen und Schülern die nötigen Kompetenzen zu vermitteln, um die digitale Welt zu verstehen und aktiv mitzugestalten. Der Arbeitskreis des GI-Fachausschusses „Informatische Bildung in Schulen“ hat daher die Bildungsstandards aus dem Jahr 2008 grundlegend überarbeitet. Ausschlaggebend hierfür waren die wachsende Relevanz digitaler Entwicklungen im Alltag sowie die in den vergangenen Jahren gesammelten Erfahrungen mit dem Informatikunterricht in den Klassenstufen 5 bis 10.
Christine Regitz, Präsidentin der GI, betont: „Um sich als digital mündige Bürgerinnen und Bürger in die Gesellschaft einzubringen, brauchen junge Menschen ein umfassendes Verständnis von informatischen Systemen. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Schulfächern gibt es keine Standards der Kultusministerkonferenz für das Fach Informatik. Die Empfehlungen der GI bieten hier wertvolle Orientierung für die Entwicklung und Evaluation zeitgemäßer Bildungspläne in den Bundesländern.“
Informatikunterricht 2008 vs. 2025: Das ist neu
Die aktualisierten Standards beinhalten nun Kompetenzen wie die Gewährleistung von Datensicherheit durch kryptographische Verfahren, das sachverständige Arbeiten in Netzwerken sowie ein Verständnis für die Funktionsweise, Möglichkeiten und Grenzen der Künstlichen Intelligenz. Besonderes Augenmerk legten die Autorinnen und Autoren darauf, Aspekte zur Bildung für nachhaltige Entwicklung einzubeziehen. Auch die Zusammenhänge zwischen Informatik, Mensch und Gesellschaft sind nun Teil der Empfehlungen.
In den vergangenen vier Jahren hat ein Arbeitskreis des GI-Fachausschusses „Informatische Bildung in Schulen“ intensiv an der Fortschreibung und Aktualisierung des Dokuments von 2008 gearbeitet. In enger Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus Schulpraxis und Wissenschaft entstand so die vorliegende Neufassung. Dabei wurde das seit 2016 in den Standards für die Sekundarstufe II bewährte Kompetenzmodell übernommen, um eine durchgängige und aufbauende Allgemeinbildung im Fach Informatik sicherzustellen.
Mit diesen aktualisierten Bildungsstandards bietet die Gesellschaft für Informatik eine zeitgemäße Orientierung für die Entwicklung von Lehrplänen in den Bundesländern und unterstützt Schulen dabei, Schülerinnen und Schüler optimal auf die Herausforderungen der digitalen Welt vorzubereiten. Dass hierfür dringend Platz im Curriculum geschaffen werden sollte, betont auch die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz. Sie empfiehlt, Informatik als Pflichtfach mit mindestens vier, mittelfristig sechs Wochenstunden in der Sekundarstufe I zu verankern.
Die Empfehlungen gibt es in unserer digitalen Bibliothek oder hier zum Download: https://gi.de/service/publikationen/empfehlungen
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Alexandra Resch
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