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SUMMARY:Wahrheit und Fake im postfaktisch-digitalen Zeitalter. Distinktione
 n in den Geistes- und IT-Wissenschaften
DESCRIPTION:„Postfaktisch“ wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache 
 zum Wort des Jahres 2016 gewählt und in Großbritannien wurde im gleichen Ja
 hr „post-truth“ zum Wort des Jahres gekürt. Der lockere Umgang mit der Wahr
 heit in der Politik sowie die Verbreitung von „Fake News“ und „alternativen
  Fakten“ sind ein Krisensymptom unserer Zeit. Der Fall Relotius offenbart z
 udem ein Glaubwürdigkeitsproblem des Journalismus und zeigt, wie schwierig 
 es selbst für Redakteure und Faktenchecker ist, Wahrheit und Fiktion ausein
 anderzuhalten. Zwar sind Fake News und Desinformationskampagnen kein neues 
 Phänomen, aber mit dem Internet und den sozialen Medien steht eine Technolo
 gie zur Verfügung, mit der Falschmeldungen und Verschwörungstheorien schnel
 ler und effektiver verbreitet werden können als je zuvor. Mit Hilfe von Soc
 ial Bots können Wahlentscheidungen beeinflusst und manipuliert werden. Desi
 nformationskampagnen stellen somit auch eine Gefahr für unsere Demokratie d
 ar. Es stellt sich daher umso drängender die Frage was Wahrheit überhaupt i
 st, ob Wahrheit lediglich eine soziale Konstruktion ist und wie man Wahrhei
 t von Falschheit und Lüge unterscheiden kann. Und nicht zu vergessen: Welch
 e Rolle nimmt hinsichtlich Wahrheit und Falschheit, Wahrheit und Fake eigen
 tlich Fiktionalität ein? Welche Differenzierungen sind überhaupt möglich, w
 elche sind sinnvoll? Können bestehende Wahrheits- und Medientheorien ersten
 s eine adäquate Bestimmung von Wahrheit im Allgemeinen und medialisierter W
 ahrheit im Besonderen liefern und zweitens verlässliche Kriterien an die Ha
 nd geben, um zwischen Wahrheit und Falschheit einerseits und Faktizität, Fi
 ktionalität und Fake andererseits zu unterscheiden? Oder braucht es modifiz
 ierter oder gar neuer Theorien und Modelle?\n\nDie rasche Verbreitung von F
 ake News und die Beeinflussung von Wahlen durch Social Media kann als Folge
  der Digitalisierung gesehen werden. Falschmeldungen und Desinformationskam
 pagnen können heute automatisch generiert und verbreitet werden. Um diesen 
 Fehlentwicklungen Einhalt zu gebieten, ist die Informationstechnik gefragt.
  Mit intelligenten Algorithmen und einer verfeinerten Datenanalyse sollen i
 n Zukunft Fake News schneller erkannt und deren Verbreitung verhindert werd
 en. Um jedoch Fake News mittels künstlicher Intelligenz zu erkennen und zu 
 filtern, muss Fake von Fakten, Fakten von Fiktionen und Fiktionen von Fake 
 unterschieden werden können. Welche Definition und Vorstellung von Fake, Wa
 hrheit, Falschheit, Faktizität und Fiktionalität liegt den aktuellen Techni
 ken zugrunde? Sind die Definitionen explizit oder lediglich implizit durch 
 das Lernmaterial bspw. für künstliche neuronale Netze gegeben? Was sind dah
 ingehend inhaltliche, technische oder methodische Herausforderungen der Geg
 enwart und Zukunft?\n\nEine adäquate medien- und erkenntnistheoretisch fund
 ierte und reflektierte sowie empirisch und technisch validierte Modellierun
 g von Wahrheit, Falschheit, Fakten, Fake und Fiktion stellt immer noch ein 
 Desiderat dar. Ein Dialog und noch mehr eine Kollaboration von Medien- und 
 Kommunikationswissenschaften sowie der Philosophie einerseits und den Compu
 ter- und Ingenieurwissenschaften andererseits scheint daher nicht nur wünsc
 henswert, sondern unabdingbar.\n\n\n\nMontag, 24.02.2020\n\n14:00-14:15 Beg
 rüßung\n\n14:15-15:15 Jörg von Bilavsky: Fake News und die DDR. Zersetzung 
 und Zerstörung zum Schutz des Staates\n\n15:15-16:15 Andreas Neumann: Die k
 ommunistische Faschismusdefinition und ihre Folgen für das Individuum\n\n16
 :30-18:00 Führung durch die Gedenkstätte\n\n\n\nDienstag, 25.02.2020\n\n10:
 00-11:00 Christer Petersen: „Stranger than Fiction“ – Zur Performanz fiktio
 naler Epistemologien\n\n11:00-12:00 Christian Schicha: Analoge und digitale
  Bildbearbeitung – Medienethische Reflexionen\n\n13:30-14:30 Peter Klimczak
 : Mengentheoretische Modellierung von Fiktionalität, Faktualität und Fake\n
 \n14:30-15:30 Thomas Zoglauer: Wahrheitsrelativismus, Wissenschaftsskeptizi
 smus und die politischen Folgen\n\n15:45-16:45 Rafael Capurro: Pseudangelia
 . Hinweise zu einer Archäologie der falschen Nachrichten in der griechische
 n Antike\n\n16:45-17:45 Axel Gelfert: Fakes, Frauds & Hoaxes – Wissenschaft
 liches Handwerkszeug an seinen Grenzen\n\n\n\nMittwoch, 26.02.2020\n\n9:30-
 10:30 Christian Reuter: Technische Unterstützungsansätze für den Umgang mit
  Fake News\n\n10:30-11:30 Ulrich Schade/Albert Pritzkau: Vorsicht: mögliche
  Fake News – ein technischer Ansatz zur frühen Erkennung\n\n11:45-12:45 Fel
 ix Hamborg: Illegale Einwanderer, Flüchtlinge oder Geflüchtete? Eine kleine
  Einführung in die automatisierte Erkennung von Media Bias durch Wortwahl\n
 \n12:45-13:00 Verabschiedung
LOCATION:Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
DTSTAMP:20200213T170155Z
DTSTART:20200224T130000Z
DTEND:20200226T120000Z
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