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Thema im Fokus: Online-Wahlen bei der GI

Seit dem Jahr 2004 können GI-Mitglieder Vorstand und Präsidium mit einem Internetwahlsystem der Firma Polyas (Homepage) wählen. Dieses System wird in den nächsten Jahren schrittweise verbessert, um eine Ende-zu-Ende-Verifizierbarkeit zu erreichen. Bereits in diesem Jahr wird ein Mechanismus zur universellen Verifizierbarkeit integriert. Dabei wird jede Stimme mittels JavaScript auf dem Rechner des Wählers bzw. der Wählerin verschlüsselt. Polyas stellt nach der Wahl dann Informationen zur Verfügung, die es interessierten GI-Mitgliedern ermöglichen, zu überprüfen, ob alle in der Urne gespeicherten verschlüsselten Stimmen korrekt ausgezählt worden sind. Dies ist ohne Verletzung des Wahlgeheimnisses möglich durch den Einsatz von sog. kryptographischen Zero-Knowledge-Beweisen.

Der Arbeitskreis „Online-Wahlen bei der GI“ begleitet die Entwicklung, etwa indem er die entscheidenden Komponenten des Wahlprotokolls überprüft und eigene – von Polyas unabhängige – Verifizierungstools implementiert. Darüber hinaus hat der Arbeitskreis ein Common-Criteria-Profil für elektronische Wahlen erarbeitet (GI). Eine technische Beschreibung des Wahlprotokolls, das dieses Jahr eingesetzt wird, ist bei der GI-Geschäftsstelle erhältlich. Die Beschreibung ist so detailliert, dass jedes GI-Mitglied sein eigenes Verifizierungstool implementieren und damit die Auszählung der Wahl nachprüfen könnte.

Forschung zu Online-Wahlen. Die Design-Entscheidungen sowie das eingesetzte Wahlprotokoll werden vom Arbeitskreis bei der diesjährigen internationalen E-Vote-ID-Konferenz im Oktober vorgestellt. Diese internationale Konferenz wurde bereits vor 15 Jahren ins Leben gerufen. Sie wird unter anderem durch die GI, insbesondere durch Mitglieder der FG ECOM, mitgetragen. Die Konferenz bietet interessierten Forscherinnen und Forschern eine Plattform zum Erfahrungsaustausch. Erfreulich ist nicht nur, dass im Laufe der Zeit die Anzahl der Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer gestiegen ist, sondern insbesondere auch, dass inzwischen 80% der Beiträge von Teams eingereicht werden, die sich im Laufe der letzten 15 Jahre auf der Konferenz kennengelernt haben. 

In diesem Jahr findet die E-Vote ID mit insgesamt 23 Beiträgen vom 1.–4. Oktober in Bregenz statt. Die Beiträge zur Konferenz geben Einblicke in verschiedene technische, soziale und praktische Aspekte der elektronischen Wahlen.

So untersuchen die Beiträge im Track „Security, Usability and Technical Issues“ Angriffe und Sicherheitslücken in bestehenden Wahlsystemen, Schutzmechanismen, Auditierung und menschliche Faktoren. Die Beiträge im Track „Administrative, Legal, Political and Social Issues“ befassen sich mit Internetwahlen in der Schweiz, Estland und Kanada. Im Track „Elections and Practical Experiences“ gibt es Erfahrungsberichte vom Technikeinsatz bei realen Wahlen in der Ukraine, in Pakistan, in der Schweiz – und eben bei der GI. 

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung des Arbeitskreises „Online-Wahlen bei der GI“. Vielen Dank!

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