Interview

Interview mit Prof. Dr. Martin Wolf

Die Gesellschaft für Informatik verfügt über ein Netzwerk von mehr als 150 Vertrauensdozentinnen und -dozenten und ist damit an beinahe allen deutschen Hochschulen und Universitäten vertreten. Wir sprachen mit einem von ihnen: Im Interview äußert sich Prof. Dr. Martin Wolf von der FH Aachen, Mitglied des erweiterten Vorstands der Gesellschaft für Informatik, zu seiner Arbeit in der GI und den Aktivitäten zur Stärkung der ehrenamtlichen Arbeit.

Herr Wolf, neben der Mitgliedschaft im erweiterten Vorstand sind Sie auch Sprecher des Präsidiumsarbeitskreises zur „Stärkung der Gesellschaft für Informatik“. Was macht der Arbeitskreis und was hat diese Arbeit mit den Hochschulen zu tun?

Der Arbeitskreis soll Vorschläge und Maßnahmen entwickeln, wie die GI noch attraktiver werden kann – sowohl für Mitglieder, als auch für potenzielle Neumitglieder. Längerfristig sollen allgemeine Ideen entwickelt werden, das Bild, die Dienste und den Einfluss der GI zu stärken. Im letzten Jahr haben wir eine Befragung unserer Mitglieder durchgeführt und dabei kam heraus, dass neben den Regionalgruppen insbesondere den Vertrauensdozentinnen und -dozenten, die gewissermaßen unsere Botschafter in den Hochschulen sind, eine besondere Bedeutung bei der Aktivierung und Werbung von Mitgliedern zukommt.

Welche weiteren Erkenntnisse ziehen Sie aus der Befragung?

Zunächst einmal haben wir gefragt, warum unsere Mitglieder der GI beigetreten sind und welchen Nutzen Sie aus der Mitgliedschaft ziehen. Die wichtigsten Argumente waren dabei die Vernetzung sowie der inhaltliche Austausch mit anderen Mitgliedern und der Zugang zu Informatik-Wissen über unsere Publikationen. Das Angebot gilt es zu bewahren und auszubauen. Insbesondere für Vertreterinnen und Vertreter an den Hochschulen ist deshalb auch unsere neue Digitale Bibliothek ein echtes Asset: Hier werden nach und nach alle GI-Publikationen eingestellt, verschlagwortet und können so einfach gefunden und geteilt werden.

Welche Angebote macht die GI denn den Hochschulen, um dort attraktiver zu werden?

Grundsätzlich stehen natürlich alle Mitwirkungsmöglichkeiten wie die Fachgruppen oder die Regionalgruppen Hochschulangehörigen offen. Seit letztem Jahr haben wir aber eine spezielle Veranstaltungsreihe aufgesetzt: die DevCamps. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Konferenz und Barcamp. Am Vormittag finden Fachvorträge und Workshops namhafter Expertinnen und Experten statt. Am Nachmittag sind die Besucherinnen und Besucher aktiver Bestandteil der Veranstaltung: Es gibt kein zuschauendes Publikum – nur Mitwirkende. Die Bar-Camp-Sessions werden von den Teilnehmenden selbst gewählt und gehalten.
Im Gegensatz zu einem Barcamp ist das DevCamp eine intimere Veranstaltung – speziell für Entwicklerinnen und Entwickler sowie Informatik-Studierende. Statt offene Themen zu erlauben, beschränken wir diese auf alles, was direkt und indirekt mit Mobile, Web- und Softwareentwicklung zu tun hat. Freitagabend findet zudem ein Get-Together für alle Teilnehmenden und Speaker statt. In diesem Jahr haben wir Stationen in München, Karlsruhe, Berlin, Aachen und Hamburg. Im kommenden Jahr wollen wir das weiter ausdehnen, aber auch weitere Formate speziell für Studierende und IT-Praktiker entwickeln.

Welche weiteren Maßnahmen haben Sie umgesetzt und wollen Sie einleiten, um die GI zu stärken?

Grundsätzlich geht es darum, die Bedeutung der Gesellschaft für Informatik in der Öffentlichkeit deutlich zu machen. Immerhin spielt das gebündelte Fachwissen, über das die Informatikerinnen und Informatiker verfügen, bei der Gestaltung unserer Zukunft eine entscheidende Rolle! Ich denke aber, wir sind da auf einem sehr guten Weg – ein bisschen mehr und besser geht natürlich immer. So sind der neue Webauftritt, der Informatik-Themenblog und der neue Mitgliederbereich wichtige Schritte, die wir im vergangenen Jahr umgesetzt haben. Wir wollen künftig aber auch die Sichtbarkeit unserer Ehrenamtlichen verbessern und werden dazu ein Expertenprofil und -verzeichnis entwickeln, sodass unsere Mitglieder nach außen hin sichtbar sind und sich gegenseitig schneller finden können. Auch die Arbeit unserer Hochschulgruppen wollen wir künftig wieder stärker in den Fokus nehmen.