Interview

Interview mit Dr. Ute Masermann

Die Regionalgruppen sind das wichtigste Angebot für den Erfahrungs- und Wissensaustausch unter den Mitgliedern. Anders als in den fachspezifischen, wissenschaftlich orientierten Gliederungen der GI wird hier an aktuellen, berufspraktischen Problemen gearbeitet, sei es in Vorträgen, Themenabenden oder offenen Gesprächsrunden. Wir sprachen mit Dr. Ute Masermann (Decadis AG), die als Praktikerin im Leitungsgremium der RG Deutsches Eck das Programm maßgeblich mitgestaltet.

Was hat Sie selbst bewogen, für das Leitungsgremium zu kandidieren bzw. welche Themen möchten Sie selbst vorantreiben?

Für mich als Praktikerin ist es wichtig, nicht nur wissen­schaftlich geprägte Veranstaltungen anzubieten, sondern auch Inhalte, die uns in der täglichen Arbeit begegnen. Dazu zähle ich die Vorstellung von Werkzeugen und neuen Techno­logien, das Kennenlernen von Prozessen und Methodiken in anderen Firmen oder Erfahrungen bei IT-Projekten. Die Herausforderung hierbei besteht vor allem darin, Mitglieder zu motivieren, an den Veranstaltungen teilzunehmen, d.h. nach der Arbeit und trotz eines bereits bestehenden großen Angebots an Informationsmöglichkeiten bei uns vorbei­zuschauen. Ich selbst erachte diese Art des Austausches fern von speziellen Fortbildungen oder Tagungen als sehr fruchtbar.

Wie gestalten Sie die Zusammenarbeit im Leitungsgremium?

Wir treffen uns regelmäßig, um Ideen zu sammeln, die mittel­fristige Planung zu besprechen bzw. konkrete Vorschläge für Themen und Referenten aufzunehmen und einzuplanen. Von Vorteil ist, dass wir alle aus unterschiedlichen Umfeldern kommen. Damit ist für eine gute Mischung gesorgt. Details regeln wir per E-Mail, Entscheidungen treffen wir gemeinsam.

Haben Sie schon ein Gefühl dafür entwickelt, was bei den Mit­gliedern gut ankommt bzw. nicht gut ankommt?

In unserer Regionalgruppe findet die Mischung aus Informationsvermittlung und Netzwerken den größten Zu­spruch – reine Vorträge zur spezifischen Wissensvermittlung werden deutlich weniger besucht, das Publikum besteht in diesem Fall aus einem kleinen Kreis von Interessenten. In diesem Bereich besteht durch die Universität, die IHK oder die IT-Stadt Koblenz bereits ein breites Angebot.

Profitieren Sie selbst in Ihrem beruflichen Alltag von den Ver­anstaltungen der Regionalgruppe?

Hier geht es mir wie den anderen Teilnehmenden der Ver­anstaltungen auch: Die Begegnung mit verschiedensten Personen aus der Umgebung, die in ähnlichen Gebieten arbeiten, bringt neue Impulse für die eigene Arbeit. Gleiches gilt für das damit verbundene Kennenlernen anderer Firmen. Tatsächlich konnten wir über ein solches Treffen bereits Aufträge generieren oder etwa einen Werkstudenten für uns gewinnen.

Beim jährlichen Treffen der Regionalgruppensprecherinnen und -sprecher in Leipzig wurden Sie als Vertreterin der Regionalgruppen ins Präsidium der GI gewählt. Welche Vor­stellungen verbinden Sie damit?

Auch hier – wie bei der Arbeit der Regionalgruppe selbst – möchte ich das Augenmerk auf diejenigen richten, die bei weitem den größten Teil der IT-Fachkräfte ausmachen: die Praktikerinnen und Praktiker, d.h. diejenigen, die nicht oder nicht mehr in universitären oder forschungsnahen Gebieten arbeiten. Mein Ziel ist es, mitzuwirken, dass die GI sich hier noch mehr engagiert.