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Turing-Bus: Fünf Workshops rund um Informatik und Digitalisierung an der Sekundarschule Landsberg

Der Turing-Bus, ein mobiles Bildungsangebot der Gesellschaft für Informatik und der Open Knowledge Foundation Deutschland, besuchte am 25. Juni die Sekundarschule ‘An der Doppelkapelle’ in Landsberg. Der Bus hält im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2018  – Arbeitswelten der Zukunft an Schulen und Jugendclubs in kleinen bis mittelgroßen Städten in Deutschland. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Landsberg, 26. Juni 2018 – Über 60 Schüler*innen der neunten Klassen der Sekundarschule Landsberg setzten sich zum Wochenanfang am gestrigen Montag in insgesamt fünf Workshops mit verschiedenen Aspekten der Digitalisierung unserer Lebenswelt auseinander. Die meisten programmierten dabei zum ersten Mal: Mit Arduino-Mikrocontrollern und Einplatinenrechnern von Raspberry Pi wurden digitale Katzen zum Leben erweckt, Photovoltaik erkundet bzw. ‘digitale Flugblätter’ erstellt. Im Papier-und-Stift-Rollenspiel Dungeons and Dragons ging es um Datenschutz. Bei einem Robotergericht wurde eine fiktive Entschädigungsklage eines Arbeiters, dessen Stelle durch einen Roboter ersetzt wurde, verhandelt. 

In der den Tag abrundenden Podiumsdiskussion richtete der Stadtratsvorsitzende Dr. Jurik Müller die Aufmerksamkeit auf die Transformationsprozesse der Arbeitswelt durch Automatisierung. Als promovierter Meteorologe wählte er die Wetterbeobachtung als Beispiel: „Maschinen nehmen nicht wahr, was nicht ins Beobachtungsschema passt. Menschen schreiben die Sichtung von Regenbogen auf, auch wenn die Aufgabe Wolkenklassifikation ist, Maschinen nicht.“

Der Informatiker und Philosoph Rainer Rehak vom Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung betonte, dass der Mensch viel besser in Ausnahmesituationen handeln könne. Er äußerte jedoch die Befürchtung, dass die Systeme die Handlungsspielräume der Menschen immer stärker einschränken werden.

Die Schülerinnen und Schüler im Publikum sahen die gegenwärtige Entwicklung zur Automatisierung hin für unabwendbar, die Politik sei gefragt: „Wenn der Roboter Profit bringt, muss dieses Geld von der Politik an die Arbeiter verteilt werden.“ Der fehlende Breitbandausbau sowie der Abbau des Schulfachs Informatik in Sachsen-Anhalt wurden als falscher Ansatz zum Meistern der anstehenden Herausforderungen kritisiert.

Die Turing-Bus-Infonauten riefen die Schülerinnen und Schüler auf, sich weiterhin gestaltend einzubringen.

Die kommenden Stationen des Busses in der Region sind am  26.6. in Riesa am Christlichen Gymnasium „Rudolf Stempel“ und am 27.6. an der Regelschule Pfiffelbach.

Über den Turing-Bus
Der Turing-Bus (benannt nach Computerpionier Alan Turing) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2018 mit dem Motto „Arbeitswelten der Zukunft“ gefördert. Auf Stationen im ländlichen Raum und in Gegenden jenseits der Metropolen möchte das Projekt Grundlagen der Informatik und gesellschaftliche Konsequenzen der Digitalisierung vermitteln und diskutieren. Das Projekt leistet so einen Beitrag zur Auseinandersetzung Jugendlicher mit diesen Themen und Veränderungen und bereitet sie auf die Zukunft der Arbeit und die Arbeitswelten der Zukunft vor. Alle Informationen zum Projekt finden sich unter https://turing-bus.de/.

Über das Wissenschaftsjahr 2018 - Arbeitswelten der Zukunft
Das Wissenschaftsjahr 2018 widmet sich dem Thema Arbeitswelten der Zukunft. Durch die Digitalisierung, alternative Arbeitsmodelle und die Entwicklung künstlicher Intelligenz stehen Forschung und Zivilgesellschaft vor neuen Chancen und Herausforderungen: Wie werden die Menschen in Zukunft arbeiten? Wie machen sie sich fit dafür? Und welche Rolle spielen Wissenschaft und Forschung bei der Gestaltung eben dieser neuen Arbeitswelten? Das Wissenschaftsjahr 2018 zeigt, welchen Einfluss soziale und technische Innovationen auf die Arbeitswelten von morgen haben – und wie diese nicht nur den Arbeitsalltag verändern, sondern auch neue Maßstäbe im gesellschaftspolitischen Dialog setzen. "Erleben. Erlernen. Gestalten." – unter diesem Motto werden Bürgerinnen und Bürger im Wissenschaftsjahr 2018 dazu aufgerufen mitzumachen, Fragen zu stellen und gemeinsam Lösungsansätze zu finden. 

Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie tragen als zentrales Instrument der Wissenschaftskommunikation Forschung in die Öffentlichkeit und unterstützen den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft. Weitere Informationen zum Wissenschaftsjahr finden Sie unter www.wissenschaftsjahr.de.

Pressekontakt:           
Andrea Knaut (Gesellschaft für Informatik e.V.)
Bela Seeger (Open Knowledge Foundation)
Telefon: +49 (0) 30 992 653 30   
E-Mail: info(at)turing-bus.de