Pressemitteilung

Studienanfängerzahlen in der Informatik: leichte Steigerung reicht nicht aus

Im Studienjahr 2014 haben sich laut Mitteilung des Statistischen Bundesamtes 34.300 Studierende in ihrem ersten Hochschulsemester für den Studienbereich Informatik eingeschrieben. Dies entspricht einer Steigerung von 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Über alle Fächer verteilt nahmen 1,9 % weniger Erstsemester ein Studium auf als im Vorjahr.

Peter Liggesmeyer, Präsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI): „Es ist zwar erfreulich, dass die Zahl der Studienanfänger in der Informatik gestiegen ist. Tatsächlich studieren aber nach wie vor viel zu wenig junge Leute das Fach Informatik. Dies beobachten wir schon seit geraumer Zeit, und auch die regelmäßigen Klagen der Unternehmen weisen darauf hin, dass deutlich mehr ausgebildete Informatikfachkräfte gebraucht werden.“

Nach Ansicht der GI muss der Informatikunterricht ab der Grundschule fest im Lehrplan verankert sein, um bereits Kinder an die technischen Herausforderungen einer zunehmend digitalisierten Welt heranzuführen. „Nur wenn Kinder frühzeitig mit der Informationstechnik – möglichst auf spielerische Weise – in Berührung kommen, kann in den Jugendlichen der Wunsch reifen, eine entsprechende Ausbildung zu beginnen. Darauf müssen wir gemeinsam hinarbeiten“, sagte Liggesmeyer.

Die jüngst veröffentlichte Studie ICILS (International Computer- and Information Literacy Study) sieht deutsche Schüler der Sekundarstufe I im Hinblick auf computer- und informationsbezogene Kompetenzen im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld. „Um hier aufzuholen, braucht es die gebündelte Anstrengung aller an der Ausbildung Beteiligten: es muss ein flächendeckender Informatikunterricht in allen Klassenstufen angeboten werden. Dazu bedarf es gut ausgebildeter Informatiklehrkräfte, und um hier zu einer ausreichenden Zahl zu kommen, müssen mehr qualifizierte junge Leute Informatik(lehramt) studieren. Die Hinführung zu diesem Studium muss wiederum in den Schulen stattfinden“, sagte Liggesmeyer. Dieser Dreiklang sei derzeit nicht gewährleistet. Um hier zu einer Auflösung zu kommen, müssten alle Bildungsakteure in Bund und Ländern an einem Strang ziehen.