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Software Engineering: der Bericht

Ende Februar fand in Hannover die jährliche Tagung „Software Engineering 2017“ des Fachbereichs Softwaretechnik in der GI statt. Die SE17 ist der Treffpunkt und die Leistungsschau des Software Engineering in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Zwei Mal ausgesuchte Forschungsergebnisse: Auf der SE17 wurden die besten Forschungspublikationen der deutschen Software Engineering-Lehrstühle präsentiert (nachzulesen im Tagungsband).

Software Engineering Lehre: Forschung und Lehre gehören idealerweise zusammen, das sagte schon Alexander von Humboldt. Trotzdem ist es keine Selbstverständlichkeit, dass die SE17 auch einen Track zur Lehre im Software Engineering angeboten hat. Der schon seit 1992 stattfindende Workshop „Software Engineering im Unterricht der Hochschulen (SEUH)“ fand dieses Jahr unter dem Dach der SE17 statt; es gab gemeinsame Keynotes, Pausen und viele Gelegenheiten zur Diskussion, zum Beispiel über die ideale Form von Softwareprojekten für Studierende. Die Veranstalter zeigten außerdem das neue InfoLAB in der Leibniz Universität Hannover: ein Raum zur Inspiration und eine Bühne für die Informatik.  Einen Eindruck dazu gibt es hier.              

Speed, Data and EcosystemsThe Future of Software Engineering. Jan Bosch von Chalmers aus Göteborg präsentierte eine provokative Sicht auf die Erfolgsfaktoren heutiger Softwareentwicklung. Effiziente oder schnelle Bearbeitungsprozesse sind danach keine gleichwertigen Alternativen: Ein Geschwindigkeitsgewinn rentiert sich weit schneller und nachhaltiger als Prozessverbesserung und Effizienzsteigerung. Hier findet sich ein Videomittschnitt des Vortrags.

Visionsvideos im Software Engineering: Frühe Anforderungen an komplexe Systeme und visionäre Entwürfe für sozio-technische Lösungen sind mit schriftlichen Darstellungen nur schwierig und oft unvollständig zu erfassen. Kunden können sie sich nur schwer vorstellen und bewerten, Verzögerungen und Missverständnisse drohen. Seit Videokameras in jedem Smartphone verfügbar sind, gibt es aber eine Alternative: Man kann schon vor der eigentlichen Softwareentwicklung Videos erstellen und damit wichtige Aspekte anschaulich auf den Punkt bringen. Das geht auch ohne großen Aufwand oder Perfektionismus und lohnt sich, wenn man damit Fehler und Nacharbeit vermeidet. Mehrere Varianten werden erforscht und im Einsatz erprobt: Videos von Diskussionen über künftige Systeme, wie bereits in einer Publikation beschrieben , aber auch Videoclips, die geplante Systeme schon zeigen, bevor die Entwicklung überhaupt begonnen hat: Video aus Studierenden-Projekte von der TU München und ausgewählte VisionsVideos von der Leibniz Universität Hannover.

Ein neues Bild von Software: Haben Sie sich auch schon einmal geärgert, dass im Fernsehen immer nur Netzwerkkabel, Nullen und Einsen zu sehen sind, wenn es um Informatik oder Software geht? Im Kreativitätswettbewerb wurden alternative Visualisierungen für diese Konzepte gesucht. Die Anwesenden wählten das Video „Was ist Informatik“ und ein neues Bild von Software mit dem Titel „Hidden Hero“ aus, das es hier zu sehen gibt.