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RG Braunschweig: Künstliche Intelligenz - Chancen für den Zukunftsstandort Deutschland

Am Abend des 15. Februar 2017 veranstaltete das Institut für Informatik der AutoUni in Kooperation mit der Gesellschaft für Informatik einen Abendvortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz – Chancen für den Zukunftsstandort Deutschland“. Die Gesellschaft für Informatik wurde von Frau Anja Schaar-Goldapp, Sprecherin der Regionalgruppe Braunschweig und Mitglied des Präsidiums vertreten. Über 400 Zuhörer fanden sich im großen Hörsaal des MobileLifeCampus in Wolfsburg ein, um den Vorträgen von Prof. Dr. Antonio Krüger (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI); Universität Saarbrücken) sowie Dr. Alexander Borek und Dr. Daniel Weimer (Volkswagen AG) als Experten aus Forschung und Industrie zu folgen. 
Prof. Dr. Antonio Krüger stellte seine Einordnung der Künstlichen Intelligenz als Disziplin der Informatik mit Säulen der Ingenieurswissenschaften, Linguistik, Psychologie und Neurowissenschaften vor und verdeutlichte damit die Vielseitigkeit der Thematik. Krüger ist Sprecher der GI-Fachgruppe Künstliche Intelligenz. Hauptberuflich ist der Informatikprofessor am DFKI und der Uni Saarbrücken tätig.

Mithilfe einer Gegenüberstellung der Schach-Fähigkeiten vom IBM Deep Blue – dem weltweit leistungsstärksten Schach-Computer – und Magnus Carlsen – dem weltweit besten Schachspieler – wurden künstliche und menschliche Intelligenz verglichen. Während der Computer bei kognitiver und sensomotorischer Intelligenz dem Menschen überlegen bzw. gleichauf wäre, hätte er starke Defizite in dem Verständnis oder der Simulation von emotionaler und sozialer Intelligenz. Hierbei wäre die intelligente Mensch-Maschine-Interaktion Schlüsselfaktor. Eine weitere wesentliche Herausforderung der Künstlichen Intelligenz wäre das maschinelle Lernen. Anfangs wären Systeme mit Algorithmen und Heuristiken durch Menschen lediglich programmiert worden, heute lernten sie über Merkmalsextraktion und Mustererkennung mithilfe von Trainingsdaten und massiver Simulation selbst dazu.
 
Dr. Alexander Borek aus dem Bereich Digitalisierung (Customer and Retail) bei Volkswagen präsentierte wie Volkswagen sich als Anbieter von Mobilität in ein digitales Ökosystem wandele und wie in diesem Kontext Methoden der Künstlichen Intelligenz entscheidende Beiträge leisten könnten. Dabei wären vier Hauptbereiche zu unterscheiden: Business 4.0, Industry 4.0, Smart Mobility, Products and Services und Customer and Retail. Dr. Borek zeigte am Bereich Customer and Retail auf, wie sich das Einkaufserlebnis für Kunden wandeln würde. Zukünftig würde der Kunde von Volkswagen alle seine Produkte und Services über eine eigene Customer-ID abrufen können, die mithilfe der Künstlichen Intelligenz ein ganzheitliches Bild vom Kunden schaffen würde, das ihn im Alltag begleite.
 
Wie diese Entwicklungen operativ getrieben würden, erläuterte Dr. Daniel Weimer, Projektleiter und Data Scientist im Münchner Volkswagen Data:Lab. An Beispielen aus dem Konzern, wie z.B. dem autonomen Fahren, erläuterte er, wie maschinelles Lernen, Sprachverarbeitung, Robotik, und andere Bereiche der künstlichen Intelligenz sowie die entsprechende Planung erforscht und umgesetzt würden.

Dr. Alexander Borek (Volkwagen AG), Prof. Dr. Antonio Krüger (GI und DFKI), Anja Schaar-Goldapp (GI), Dr. Daniel Weimer (Volkswagen AG) und Dr. Karl Teille (AutoUni) (v.l.n.r.)
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