Pressemitteilung

GI und FTI kritisieren geplante Kürzungen in Bildung und Forschung

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) und der Fakultätentag Informatik e.V. (FTI) sehen die geplanten Haushaltseinschnitte beim Bundesministerium für Bildung und Forschung als fatales Signal für den Innovationsstandort Deutschland.

Berlin, 02.05.2019 – Obwohl der Koalitionsvertrag eine Steigerung der Investitionen in Bildung und Forschung auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis 2025 vorsieht, will das Finanzministerium bereits 2020 Kürzungen in Höhe von 600 Millionen Euro durchsetzen. Der Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung fiele damit von 18,3 auf 17,7 Milliarden Euro. 2023 sollen bereits weitere Kürzungen folgen. Die Gesellschaft für Informatik und der Fakultätentag Informatik sehen darin ein fatales Signal für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Deutschland.

Prof. Dr. Hannes Federrath, Präsident der Gesellschaft für Informatik: „Die geplanten Kürzungen stehen nicht nur im Widerspruch zu den im Koalitionsvertrag gesteckten Zielen, Bildung und Forschung finanziell zu stärken, um international wettbewerbsfähig zu sein. Sie stehen auch im Gegensatz zu den enormen Herausforderungen, die wir auf nationaler, europäischer und globaler Ebene in den kommenden Jahren bewältigen müssen. Vom demographischen Wandel über die digitale Transformation unserer Lebens- und Arbeitswelten bis hin zum Klimawandel: Ohne eine innovationsstarke Forschungslandschaft werden diese Phänomene nicht zu bewältigen sein.“

Prof. Dr. Norbert Ritter, Vorsitzender des Fakultätentags Informatik: „Im Internationalen Wissenschaftsbetrieb werben wir heute um die talentiertesten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Welt. Dafür brauchen wir hier in Deutschland attraktive und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Kürzung des im Koalitionsvertrag zugesicherten Etats für Bildung und Forschung steht beidem klar entgegen. Deshalb unterstützen wir die gemeinsame Forderung von Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft: Die Bundesregierung muss an den zugesicherten Investitionen in Bildung und Forschung festhalten.“

Über die Gesellschaft für Informatik e.V.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist mit rund 20.000 persönlichen und 250 korporativen Mitgliedern die größte und wichtigste Fachgesellschaft für Informatik im deutschsprachigen Raum und vertritt seit 1969 die Interessen der Informatikerinnen und Informatiker in Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung, Gesellschaft und Politik. Mit 14 Fachbereichen, über 30 aktiven Regionalgruppen und unzähligen Fachgruppen ist die GI Plattform und Sprachrohr für alle Disziplinen in der Informatik. Die Mitglieder binden sich an die Ethischen Leitlinien für Informatikerinnen und Informatiker der GI. Weitere Informationen finden Sie unter www.gi.de.

Über den Fakultätentag Informatik

Der Fakultätentag Informatik der Universitäten in der Bundesrepublik Deutschland vertritt die gemeinsamen Belange seiner Mitglieder im Hinblick auf eine Förderung der Zusammenarbeit in allen wissenschaftlichen Fragen und eine Koordinierung der Ausbildung im Bereich Informatik. Seine Mitglieder sind Fakultäten oder Fachbereiche von Universitäten und ihnen gleichgestellten Hochschulen, die Informatikerinnen und Informatiker in akkreditierten Bachelor- und Master-Studiengängen ausbilden und das Recht zur Promotion und Habilitation auf dem Gebiet der Informatik besitzen. Er ist einer der 17 Fakultätentage der deutschen Universitäten, die bei der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) akkreditiert und im Allgemeinen Fakultätentag (AFT) zusammengeschlossen sind. Weitere Informationen unter www.ft-informatik.de.

Pressekontakt: 

Frithjof Nagel
Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) 
Geschäftsstelle Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Str.2
10178 Berlin

T.: +49 30 7261 566-15 
M: berlin(at)gi.de
W: www.gi.de

GI-Präsident Hannes Federrath (links, Foto: Trendsetter) und FTI-Vorsitzender Norbert Ritter (rechts, Fotos: UHH/MIN/Toni Gunner) kritisieren geplante Kürzungen bei Bildung und Forschung.