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GI kritisiert unklares Bildungs- und Wissenschaftsressort der EU-Kommission

Die designierte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen plant, die Ressorts für Forschung und Wissenschaft mit Bildung und Jugend unter dem Titel „Innovation und Jugend“ zusammenzulegen. Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) schließt sich der Kritik tausender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an, die darin eine Abwertung von Bildung und Wissenschaft sehen.

Bildung und Wissenschaft sollen in der künftigen EU-Kommission unter das neu gegründete Ressort „Innovation und Jugend“ der Bulgarin Marya Gabriel fallen. Damit würde die designierte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen das bisherige Kommissions-Ressorts für Forschung, Wissenschaft und Innovation mit dem Ressort für Bildung, Kultur, Jugend und Sport unter der Ägide Gabriels verschmelzen.

Die GI kritisiert, dass der neue Ressortname weder „Bildung“ noch „Forschung und Wissenschaft“ explizit nennt und damit deren wichtiger gesellschaftlicher Rolle nicht gerecht wird. Sie schließt sich damit der Kritik zahlreicher Wissenschaftsorganisationen, Nobelpreisträgerinnen und -träger sowie tausender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an, die im neuen Ressort-Namen eine unangebrachte Verkürzung auf die ökonomische Verwertbarkeit von Bildung und Forschung in „Innovationen“ sowie eine Reduktion auf die Altersgruppe der Jugend sehen.

Die GI und GI-Präsident Hannes Federrath unterzeichneten daher heute einen offenen Brief von über 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, welche den Parlamentspräsidenten Sassoli sowie den Kommissionspräsidenten Juncker und seine designierte Nachfolgerin von der Leyen auffordern, die Entscheidung zu überdenken und das Ressort in „Bildung, Forschung, Innovation und Jugend“ umzubenennen.

Eine Mitzeichnung ist noch bis zum Mittwoch, den 23. Oktober möglich.

GI-Präsident Hannes Federrath
© Kathrin Richter, Trendsetter - GI e.V.