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GI fordert Wahrung des wissenschaftlichen Ethos bei der Plagiatsdebatte

Der Computer, das Internet und die heute vorhandenen Suchtechnologien machen es möglich, innerhalb weniger Sekunden relevante Texte zu einem gegebenen Thema zu finden. Genauso schnell ist es auch möglich, diese Texte in eigenen Arbeiten unverändert zu verwenden. Durch die Mühelosigkeit dieses Kopiervorganges entsteht oft kein Bewusstsein dafür, mit dem geistigen Eigentum anderer angemessen umzugehen. Die gleichen Suchtechnologien ermöglichen es jedoch auch, wörtliche Kopien sehr schnell zu finden, und öffentlich zu machen. Das Internet ist also nicht nur häufige Quelle des Problems, sondern es kann zugleich auch ein sehr effektives Gegenmittel sein.

Die Gesellschaft für Informatik ist die Vereinigung all jener, die digitale Medien nicht nur nutzen, sondern entwickeln und aktiv vorantreiben. GI-Präsident Stefan Jähnichen: „Unsere Mitglieder tragen eine besondere Verantwortung, geistiges Eigentum auch im Zeitalter der digitalen Medien zu schützen, da sie genau die Werkzeuge schaffen, die seine Verletzung so einfach machen. Für alle in Lehre und Ausbildung Tätigen bedeutet dies, ihre Schüler und Studierenden immer wieder für einen korrekten Umgang mit geistigem Eigentum zu sensibilisieren.“

Plagiate an Schulen und Hochschulen werden deshalb regelmäßig mit einer Aberkennung der jeweiligen Prüfungsleistung bestraft. Weitere Maßnahmen reichen vom Elternbrief über die Entlassung oder Exmatrikulation, in schweren Fällen bis zum Disziplinarverfahren. Der aktuelle Umgang der Bundesregierung mit einem öffentlich nachgewiesenen und durch die Universität bestätigten Plagiatsfall mache es praktisch unmöglich, Schüler und Studierende in Zukunft für den korrekten Umgang mit geistigem Eigentum zu sensibilisieren, sagte Jähnichen.

Als Vereinigung derer, die das Kopieren so einfach gemacht haben, fordert die Gesellschaft für Informatik, bei Plagiaten nicht wegzusehen oder zu verharmlosen, sondern im Umgang mit geistigem Eigentum umso wacher zu bleiben und weiterhin strikte Maßstäbe anzulegen, die für alle Berufsstände und sozialen Schichten gleichermaßen verbindlich sind.