Pressemitteilung

GI fordert Sicherstellung des uneingeschränkten Publizierens in der Wissenschaft trotz Open Access

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) fordert bei der Einführung von Open Access die Sicherstellung der uneingeschränkten Publiziermöglichkeit für alle wissenschaftlich Tätigen.

Mit der rege diskutierten Einführung von Open Access für wissenschaftliche Veröffentlichungen soll der Zugang zu wissenschaftlicher Literatur kostenfrei möglich sein; die Vergütung der Verlage soll von den Leser/inne/n auf die Autor/inn/en (Author pays) übergehen. Hier weist die GI auf folgende Probleme hin:

  1. In der Übergangsphase vom momentanen Zustand zu ’Author pays’ müssen die Bibliotheken noch für den Literatureinkauf bezahlen und es werden somit keine Mittel für die Autor/inn/en frei.
  2. Auch nach der Übergangsphase bestehen Zweifel, ob in den Bibliotheken Mittel in ausreichender Höhe frei werden, um den Autor/inn/en die benötigten Summen zur Verfügung zu stellen.
  3. Verschärft wird die Situation durch die Randbedingungen der real vorliegenden Unterfinanzierung der Hochschulen: so ist nicht gesichert, dass auch wirklich alle frei werdenden Mittel bei den Forscher/innen in den Instituten ankommen.
  4. Ebenso ungeklärt ist der Mechanismus, nach dem die Kostensteigerungen für die Autor/inn/en in einem Anstieg der Mittelzuweisungen an diese resultieren wird.

Die Umstellung auf Open Access ohne ergänzende Finanzierung wird der Forschergemeinde also zwar den kostenfreien Zugriff auf Materialien in Digitalen Bibliotheken erlauben, die Forscher/innen insbesondere an den Hochschulen werden sich das Publizieren aber nur mehr in eingeschränktem Umfang leisten können. Deshalb fordert die GI, auch nach der flächendeckenden Einführung von Open Access allen Forscher/inne/n – unabhängig von der finanziellen Ausstattung der jeweiligen Forschungseinrichtung – das wissenschaftliche Publizieren zu ermöglichen.

Eine ausführliche Stellungnahme finden Sie hier.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist eine gemeinnützige Fachgesellschaft zur Förderung der Informatik in all ihren Aspekten und Belangen. Gegründet im Jahr 1969 ist die GI mit ihren heute rund 24.500 Mitgliedern die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum. Die Mitglieder der GI kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung, Lehre und Forschung.

Bei Veröffentlichung Beleg erbeten. Vielen Dank!

24. November 2009, Cornelia Winter, Tel. 0228/302-147 

Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)
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Tel 0228/302-145 (Geschäftsstelle)
Fax 0228/302-167

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