PressemitteilungMeldung

GI begrüßt Digitalpakt und fordert mehr Anstrengungen von den Ländern

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) begrüßt die Einigung zum Digitalpakt und mahnt an, dass Bildung in einer digitalen vernetzen Welt mehr braucht, als eine Ausstattungsoffensive: Die Länder müssen mehr Raum für das Fach Informatik und die Qualifizierung der Lehrkräfte einräumen.

Berlin, 27. Februar 2019 – Bund und Länder haben sich auf den Digitalpakt geeinigt: In den kommenden fünf Jahren fördert der Bund die digitale Ausstattung der Schulen mit fünf Milliarden Euro. Die Gesellschaft für Informatik begrüßt die Einigung, mahnt aber an, dass die Digitalisierung allein mit digitalen Endgeräten und der Infrastruktur nicht gelingen kann. Es bedarf entsprechender pädagogischer Konzepte, mehr Raum für das Fach Informatik - die Bezugswissenschaft der Digitalisierung - und damit einhergehend eine bessere informatische Qualifizierung der Lehrkräfte im Allgemeinen sowie der Ausbildung von mehr Informatik-Lehrkräften im Speziellen.

Prof. Dr. Hannes Federrath, Präsident der GI: „Wir begrüßen die Einigung zum Digitalpakt. Jetzt müssen die Länder ihrer Verantwortung gerecht werden und die entsprechenden pädagogischen Konzepte entwickeln und umsetzen sowie die nötigen Inhalte implementieren. Dafür braucht es auch die entsprechend qualifizierten Lehrkräfte. Wer digitale Bildung konsequent umsetzen will, der muss obligatorischen Informatikunterricht einführen.“

Laut eine repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Branchenverbandes Bitkom aus dem vergagenen Jahr befürwortet die Mehrheit der deutschen Bevölkerung (69 Prozent) Informatik als Pflichtfach ab der fünften Klasse in der Schule. Bisher haben allerdings mit Baden-Württemberg, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen lediglich ein Viertel der Bundesländer verpflichtenden Informatikunterricht eingeführt und das teilweise auch nur für vereinzelte Jahrgangsstufen. 

Dr. Lutz Hellmig, Sprecher des GI-Fachausschusses Informatische Bildung in Schulen: „Informatik muss in den weiterführenden Schulen verpflichtend über alle Jahrgangsstufen und Schularten hinweg mit mindestens einer Wochenstunde unterrichtet werden, um die Defizite bei den digitalen Kompetenzen zu beheben. Leider bewegen sich die Länder da nur sehr langsam. In Nordrhein-Westfalen bestünde derzeit mit dem Wechseln vom achtjährigen auf das neunjährige Gymnasium beispielsweise die Möglichkeit, freie Stundenkapazitäten für die Informatik zu nutzen. Ich hoffe, dass die Landesregierung diese Chance nutzt und Informatik verpflichtend einführt. Dadurch wird auch der Beruf des Informatik-Lehrers und der Informatik-Lehrerin attraktiver und mehr Lehramtsstudierende werden sich für Informatik als eines ihrer Fächer entscheiden.“

Die Gesellschaft für Informatik hat Empfehlungen für die Vermittlung von Kompetenzen für informatische Bildung von der ersten bis zur dreizehnten Jahrgangsstufe entwickelt:

Weitere Informationen unter www.gi.de/service/publikationen/empfehlungen/.

 

Pressekontakt

Frithjof Nagel
Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) 

Geschäftsstelle Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Str.2
10178 Berlin
Tel.: +49 30 7261 566-15
presse(at)gi.de

 

  © Frithjof Nagel - GI
Prof. Dr. Hannes Federrath, Präsident der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)
© Kathrin Richter, Trendsetter - GI e.V.