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Bologna-Prozess für Qualität in der Hochschulbildung nutzen

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI), die Fakul­tätentage Informatik (FTI) sowie Elektrotechnik und Informationstechnik (FTEI) fordern von der Politik größere Anstrengungen bei der Reform des Hochschulsystems. Eine positive Zwischenbilanz des Bologna-Prozesses könne nicht darüber hinweg täuschen, dass aufgrund finanzieller Engpässe und steigender Studierenden­zahlen in den nächsten Jahren massive Herausforderungen auf die Hochschulen zu­kommen, so die Präsidenten und Vorsitzenden von BITKOM, GI, FTI und FTEI.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI), die Fakul­tätentage Informatik (FTI) sowie Elektrotechnik und Informationstechnik (FTEI) fordern von der Politik größere Anstrengungen bei der Reform des Hochschulsystems.  Eine positive Zwischenbilanz des Bologna-Prozesses könne nicht darüber hinweg täuschen, dass aufgrund finanzieller Engpässe und steigender Studierenden­zahlen in den nächsten Jahren massive Herausforderungen auf die Hochschulen zu­kommen, so die Präsidenten und Vorsitzenden von BITKOM, GI, FTI und FTEI. Sie betonten bei der Vorstellung der Position zu den "Bologna-Reformen": "Staat, Hochschulen und Wirtschaft müssen gemeinsam handeln, um das Hochschulsystem zukunftsfähig zu gestalten. Dies ist ohne finanzielle Anstrengungen nicht möglich. Gelingt es jetzt nicht, die Rahmen­bedingungen richtig zu setzen, wird der erwartete Anstieg der Studierenden­zahlen die Bemühungen um Exzellenz in der Forschung und Lehre dramatisch gefährden."  Ziel von Hochschulen und Wirtschaft ist es, die Qualität der neuen Bachelor- und Master-Studiengängen zu sichern.

Dringend müssen die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die steigende Zahl von Studierenden zu Spitzenqualifikationen zu führen. Im Studienjahr 2007 haben sich die Anfängerzahlen für die Informatik sowie für die Elektro- und Informationstechnik positiv entwickelt. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren aufgrund der steigenden Zahl an Studienberechtigten fortsetzen wird. Mit der neuen Studienstruktur steigt die Betreuungsintensität insbesondere der Bachelor-Studiengänge. Personelle Verstärkungen in der Hochschullehre sind daher dringend geboten.

Den Universitäten stehen jedoch bereits heute nur ungenügende Mittel zur Finanzierung insbesondere von Master-Studiengängen zur Verfügung. Eine "Master-Quote" lehnen Wirtschaft, Berufsverband und Hochschulen jedoch strikt ab, da diese bildungs- und wirtschafts­politisch völlig verfehlt ist. Aufgrund der steigenden Komplexität der Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) wird der Bedarf an Master-Absolventen gegenüber dem derzeitigen Niveau weiter ansteigen. Die Qualität der Studierenden muss daher das einzige Kriterium für die Zulassung zu einem Master­programm sein. Bei der Fortführung des Hochschulpaktes ist es unumgänglich, den höheren Bedarf der ITK-relevanten Studiengänge finanziell adäquat abzusichern. Andernfalls droht ein empfindlicher Verlust an Qualität in der akademischen Ausbildung gerade in den Fächern, die für die Entwicklung der Hightech-Branche erfolgs­kritisch sind.

Eine größere Mobilität als Ziel des Bologna-Prozesses unterstützen Fakultätentage, GI und BITKOM einhellig. Dies ist nur gewährleistet, wenn die Profilbildung der Hoch­schulen und die Festlegung konkreter Studienmodule nicht zu Barrieren für den Zu­gang zu weiterführenden Studiengängen werden. Master-Programme müssen allen geeigneten Bachelor-Absolventen von allen Hochschultypen offen stehen. Dies setzt eine gesicherte Grundqualifikation für alle Bachelor voraus.

Die Unterzeichner der Bologna-Position fordern die Bundesländer dazu auf, künftig keine zeitliche Begrenzung von Bachelor-Studiengängen auf sechs Semester vorzunehmen. Dies darf weder durch juristische Vorgaben noch durch limitierte finanzielle Mittel geschehen. In den ITK-Studiengängen sind Praxisbezüge für eine Berufsbefähigung von Bachelor- und Master-Absolventen ist nur möglich, wenn hierfür ausreichend Zeit zur Verfügung steht. Bachelor-Programme müssen sich daher gemäß den international üblichen Standards in einem Rahmen von sechs bis acht Semestern bewegen.  

Die Präsidenten von BITKOM und GI sowie die Vorsitzenden der Fakultätentage Informatik sowie Elektro- und Informationstechnik betonten bei der Vorstellung der Position zu den Bologna-Reformen: "Staat, Hochschulen und Wirtschaft müssen gemeinsam handeln, um das Hochschulsystem zukunftsfähig zu gestalten. Dies ist ohne finanzielle Anstrengungen nicht möglich. Gelingt es jetzt nicht, die Rahmen­bedingungen richtig zu setzen, wird der erwartete Anstieg der Studierenden­zahlen die Bemühungen um Exzellenz in der Forschung und Lehre dramatisch gefährden."  

Die Bologna-Position zum Download finden Sie hier.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) wurde 1969 in Bonn mit dem Ziel gegründet, die Informatik zu fördern. Sie verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Die Mitglieder der GI kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Lehre und Forschung. Derzeit hat die GI rund 24.000 Mitglieder und ist damit die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum.

Bei Veröffentlichung Beleg erbeten. Vielen Dank!

30. Januar 2008, Cornelia Winter, Tel. 0228/302-147 

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