Meldung

4. Nationaler MINT Gipfel in Berlin: zentrale Forderungen für digitale Bildung in Deutschland formuliert

Das Thema Bildung und Digitalisierung stand am 02. Juni 2016 im Mittelpunkt des 4. Nationalen MINT Gipfels. Hauptrednerin war Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Mit der Veranstaltung wollte das Nationale MINT Forum eine Debatte darüber anstoßen, wie Deutschland den digitalen Wandel gestalten muss, damit möglichst viele Menschen davon profitieren. Eine Schlüsselrolle kommt hier dem öffentlichen Bildungssystem sowie dem der Wirtschaft zu. So sollten digitale Kompetenzen längst integraler Bestandteil einer guten Allgemeinbildung sein. Sie werden künftig mehr denn je Voraussetzung für beruflichen Erfolg und selbstbestimmte Teilhabe in der digitalen Gesellschaft sein.

Das Nationale MINT Forum ist die nationale Plattform und Stimme für MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Die Initiative, ein Zusammenschluss von mehr als 30 großen überregional tätigen Wissenschaftseinrichtungen, Stiftungen und Verbänden, setzt sich seit Jahren für eine Verbesserung der MINT- und der digitalen Bildung ein. Zum Nationalen MINT Gipfel 2016 haben die Mitglieder sechs Kernforderungen für eine bessere digitale Bildung formuliert. Adressaten sind unter anderem die Bildungspolitik und Bildungseinrichtungen, aber auch die Wirtschaft und die öffentliche Verwaltung.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) war aufgefordert sich an diesem Abstimmungsprozess zu beteiligen und hat sich über ihr Berliner Büro für die Informatik in der Pflichtzeit für digitale Bildung eingesetzt.

Nachfolgend der Link zu den Kernforderungen:

http://www.nationalesmintforum.de/fileadmin/user_upload/gerke/Kernforderungen_4._Nationaler_MINT_Gipfel_2016.pdf

Zentrale Forderungen zur Stärkung der digitalen Bildung 

Die für Bildung zuständigen Länderministerien werden aufgefordert, ‚Pflichtzeit‘ und entsprechende Konzepte für digitale Bildung zu schaffen, möglichst integriert in den gesamten Fächerkanon, einschließlich der Informatik. Auch die Schulen selbst und ihr Personal sieht das Forum in der Pflicht: Die Digitalisierung mache einen Kulturwandel in den Kollegien notwendig. Lehrkräfte seien nicht mehr als Einzelkämpfer gefragt, sondern müssten künftig stärker zusammenarbeiten. „Die Digitalisierung bietet den Kollegien die Chance für eine neue Kultur der Kooperation und die Möglichkeit umfassende Konzepte für die Unterrichts-, Organisations- und Personalentwicklung zu erarbeiten. Der pädagogisch sinnvolle Einsatz digitaler Medien sollte zum alltäglichen Standard werden“, sagte Dr. Nathalie von Siemens, Sprecherin des Nationalen MINT Forums. 

Darüber hinaus seien Reformen in der Lehrerbildung notwendig, mahnt das Forum an. So scheuten sich nach wie vor viele Lehrkräfte, digitale Medien in ihrem Unterricht einzusetzen, weil sie den pädagogisch und didaktisch sinnvollen Umgang damit nie gelernt hätten. Neue Aus- und Fortbildungsstandards könnten hier Abhilfe schaffen und müssten in allen Institutionen der Lehrerbildung verankert werden.

„Der digitale Wandel ist in vollem Gange“, betonteThomas Sattelberger, Sprecher des Nationalen MINT Forums. „Nun gilt es, möglichst viele bei dieser Entwicklung mitzunehmen, um die digitalen Chancen optimal für unsere Gesellschaft zu ergreifen. Hier spielen nicht nur die Angebote der Schulen und Hochschulen für bessere digitale Bildung eine große Rolle. Auch die Unternehmen und die öffentlichen Verwaltungen müssen ihre Verantwortung wahrnehmen, indem sie durch Qualifizierungsoffensiven alles daran setzen, eine digitale Spaltung unter den Beschäftigten zu vermeiden.“ Die Hochschulen sollten in ihrer dritten Mission gestärkt und bei der Gründung von Unternehmen sowie in der Weiterbildung gefördert werden.

v.l.n.r.: Thomas Sattelberger, Angela Merkel, Nathalie von Siemens – Foto: © Alexander Rabe