Lexikon

HTML - Hypertext Markup Language

Das World Wide Web (WWW) ist als Hypermedia-System konzipiert; es stellt textuelle, graphische und auditive Informationen sowie Interaktionsmöglichkeiten auf WWW-Seiten zur Verfügung, auf die über graphische Benutzeroberflächen, sogenannte WWW-Browser, zugegriffen wird. Die Bereitstellung der Hypermedia- und Interaktionsfunktionalitäten im Browser erfolgt mit Hilfe der Auszeichnungssprache HTML (Hypertext Markup Language).

HTML wurde auf Grundlage von SGML (Standard Generalized Markup Language) durch eine Initiative von Tim Berners-Lee, dem Begründer des WWW, entwickelt. Aus dieser Initiative ging 1994 das „W3-Consortium" (W3C) hervor; alle bedeutenden Unternehmen der IT-Branche von Adobe, Apple über IBM, Intel und Microsoft bis Oracle, Xerox u.v.m. sind darin vertreten. Seit seiner Gründung zeichnet dieses Industriekonsortium für die weltweite Normung von HTML verantwortlich. Im Mai 1996 wurde die aktuelle Version HTML 3.2 vom W3C verabschiedet.

HTML kennzeichnet die Struktureigenschaften eines WWW-Dokumentes und darin enthaltene Verweise (Links) auf andere Dokumente im WWW. Die Struktureigenschaften betreffen z.B. Absätze, Titel, Listen und Überschriften, nicht jedoch exakte Schriftarten, -größen oder Einrückungen der Bildschirmdarstellung. Das letztlich für den Betrachter sichtbare Layout eines Dokumentes ist von den graphischen Darstellungsmöglichkeiten des Browsers abhängig. Für die Übertragungsgeschwindigkeit im WWW ist es entscheidend, daß der Umfang „roher" HTML-Dokumente mit eingebetteten Formatierungsanweisungen deutlich geringer ist als der Umfang komplett formatierter und im Layout fertiger Dokumente.

HTML-Dokumente enthalten den Text des Dokumentes selbst und die HTML-Auszeichnungen, welche die Struktur, die Formatierung des Dokumentes und die Verweise auf andere Dokumente oder eingefügte Medien kennzeichnen. HTML-Auszeichnungen (Tags) haben in der Regel eine Anfangs- und eine Ende-Kennung, die den zu beeinflussenden Darstellungsinhalt umrahmen.

Eine HTML-Datei besteht aus zwei Teilen: der Kopfteil wird vom Head-Tag, der Rumpfteil vom Body-Tag umfaßt (vgl. Abb. 1). Der Kopfteil enthält allgemeine Informationen über das Dokument, wie bspw. dessen Titel. Im Rumpfteil befindet sich der gesamte Dokumentinhalt mit seinen Auszeichnungen für Struktur und Verweise.

Literatur

  1. December, J.; Ginsburg, M.: HTML & CGI Unleashed – Professional Reference Edition, Macmillan Computer Publishing 1996
  2. Nefzger, W.; Münz, S.: HTML-Referenz 3.2, 2., völlig neubearb. Aufl., Franzis-Verlag 1996
  3. Ragget, D.; Lam, J.; Alexander, I.: HTML 3.2 – Neue Möglichkeiten für das Web-Publishing, Addison-Wesley 1996

Autor und Copyright

Axel C. Schwicker
Johannes Gutenberg-Universität Mainz,
Fachbereich 03,
Saarstrasse 21,
D-55099 Mainz
acs@bong.bwl.unimainz.de

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