Pressemitteilung

GI-Beirat fordert signifikante Entlastung der Hochschuldozenten

Der Beirat der Professorinnen und Professoren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) moniert die drastisch gestiegenen Anforderungen und fordert eine signifikante Entlastung beim Lehrdeputat.

Bonn/Berlin, 04. Juli 2017 – Der Beirat der Professorinnen und Professoren an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) spricht sich nachdrücklich dafür aus, die Lehrverpflichtung an den Hochschulen an die gestiegenen Anforderungen in Forschung und Lehre anzupassen. Demnach soll das Lehrdeputat auf maximal 14 Lehrstunden pro Woche reduziert werden und mittelfristig noch weiter gesenkt werden. Während Universitätsprofessorinnen und -professoren in der Regel ein Lehrdeputat von 8 bis 10 Semesterwochenstunden haben, müssen Lehrkräfte an Fachhochschulen – mit Ausnahme Sachsen-Anhalts – 18 Wochenstunden unterrichten.

Prof. Dr. Wolfgang Schramm, Sprecher des Beirats der HAW-Professorinnen und Professoren: „Die Professorenschaft an den deutschen Fachhochschulen leistet einen wichtigen Innovationsbeitrag durch die angewandte Forschung und Wissenschaft und ist durch die Lehre eine wichtige Säule für den Bildungsstandort Deutschland. Die Anforderungen der Kultusministerien an die Hochschuldozenten sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, ohne diese in einer angemessenen Weise zu kompensieren. Die Länder verharren beim Lehrdeputat in der bildungspolitischen Frühzeit. Wir beklagen die mangelnde Honorierung der Mehrleistungen und fordern in einem ersten Schritt bundesweit die Reduzierung der Lehrdeputate auf 14 Wochenstunden.“

Die Lehrverpflichtung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften wurde in den 1960-er Jahren auf 18 Semesterwochenstunden festgelegt. Damals stand die Wissensvermittlung im Mittelpunkt. Die angewandten Wissenschaften haben sich in den letzten 50 Jahren allerdings rasant weiterentwickelt. Die Anforderungen an die Hochschulprofessorenschaft in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung haben sich drastisch verschärft, das Aufgabenspektrum hat enorm zugenommen – u.a. durch die Einführung gestufter Bachelor- und Masterprogramme und neuer Lehrformen, die Notwendigkeit für die Einwerbung von Drittmitteln sowie die Entwicklung neuer Studienprogramme und Unternehmenskooperationen oder einen signifikant gestiegenen Beitrag zur angewandten Forschung. In der Informatik verschärfen kurze Innovationszyklen diese Situation zusätzlich.